Aachen - Bürger nehmen Stadtteil unter die Lupe

Bürger nehmen Stadtteil unter die Lupe

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Aktion „Unter der Lupe“: Gerhard Wiche, Christoph Klinge, Marie José Dassen, Dr. Ingrid Schmidt und Liesel Gatzemeier haben die Menschen auf der Hörn befragt.

Aachen. Wie sehen Aachener ihr Quartier? Wie lässt es sich dort leben und: Kann man dort gut älter werden? Unter diesen Fragestellungen hat die Evangelische Initiative „Engagiert älter werden“ im Rahmen ihres Jahresprojektes „Feierabend!? – wie wir (nicht) älter werden wollen“ Quartiersbegehungen angestoßen.

 Auch auf der Hörn ist Team um Gerhard Wiehe und die langjährige Ratsfrau Bernhardine Lüke aktiv geworden.

„Wir haben zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten die Hörn unter die Lupe genommen“, erzählt Wiehe. Die Verkehrsstruktur, das Leben mit Kindern, die Situation von Senioren, die Nähe zur Hochschule – sämtliche Beobachtungen fließen in das Projekt mit ein. Dabei nehmen die Projekt-Mitglieder auch die Schwachstellen in den Blick: „Die Hollandwiese ist so ein Beispiel“, berichtet Gerhard Wiehe, „da haben uns viele als Rückmeldung gegeben, dass es dort stellenweise mit dem Rollator schwierig wird.“ An diesem Morgen haben sich Gerhard Wiehe und einige Mitstreiter der Projektgruppe auf dem Vorplatz der Kirche St. Sebastian an der Ahornstraße, der zentralen Ader des Viertels, postiert, um Anwohner zu befragen, was das Leben auf der Hörn ausmacht. „Interessanterweise beteiligen sich auch die jüngeren Menschen rege“, erzählt Ingrid Schmidt, Leiterin des Begegnungszentrums an Haus Hörn.

Für Wiehe sind diese Rückmeldungen wichtig, denn „uns interessiert auch die Perspektive von Menschen, die vielleicht hier bleiben möchten.“ Wiehe ist Hörner seit 1977. „Es gibt hier einerseits feste Grundstrukturen, wie die Wohnsiedlungen oder die Gartenanlagen. Das sind auch feste soziale Gebilde, wo Nachbar- und Gemeinschaften gewachsen sind. Andererseits verändert sich das Viertel auch, die Hochschule rückt näher. Der Boom des Campus Melaten hat dazu geführt, dass hier die Grundstückspreise gestiegen sind“, erzählt Wiehe. Was allen Befragten hier fehlt, ist eine Einkaufsmöglichkeit. „Die fehlt hier wirklich, seitdem die Schlecker-Filiale weg ist“, räumt Wiehe ein. „Gerade für die älteren Anwohner ist der Weg in die Stadt zum Einkaufen beschwerlich.“ Er hofft, dass sich ein neuer Betreiber für die leerstehende Immobilie findet. Entlang der Ahornstraße benennt er weitere Treffpunkte für die Anwohner, wie Post und den Copyshop, die Filiale der Bäckerei. Auch ein Café soll es bald geben.

Relativ neu ist der Markt auf dem Kirchplatz jeden Dienstag und Freitag. „Auch das zieht Anwohner an“, findet Wiehe. Das Viertel hat durch seine Lage und seine Struktur auch seinen besonderen Reiz: Die Innenstadt liegt nahe und mit dem Schneeberg, Melaten und Seffent liegt die Natur quasi um die Ecke. „Und es ist hier sicherer als in der Innenstadt, das hat mir eine Passantin in der Befragung so gespiegelt“, erzählt Wiehe. Ihre Erfahrungen hat die zwölfköpfige Gruppe auch fotografisch festgehalten. Die Fotos und Ergebnisse der Quartiersbegehungen werden ab dem 4. November in der Citykirche St. Nikolaus zu sehen sein. Dort präsentieren auch die weiteren Gruppen des „Feierabend-Projektes“ ihre Ergebnisse. „Ich bin sehr gespannt, was dabei herauskommt“, meint Wiehe.

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