Bürger in Kullen fürchten neue Blechlawinen

Von: Matthias Hinrichs
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Knatsch in Kullen: Über 100 P
Knatsch in Kullen: Über 100 Parkplätze sollen im Viertel wegfallen, vor allem aber befürchten die Bürger eine massive Überlastung des Nadelöhrs Kullenhofstraße. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Treibt die Politik mit der anstehenden „Operation Park- und Suchverkehr” am Uniklinikum den Teufel mit Beelzebub aus? Zahlreiche Bürger, die in unmittelbarer Nähe des Großkrankenhauses wohnen, sind davon jedenfalls überzeugt.

Und machten ihrem Unmut über das Vorhaben, die Zufahrt zum neu zu gestaltenden Parkplatz ausschließlich über die Kullenhofstraße zu ermöglichen, bei der jüngsten Ratssitzung in breiter Front Luft. Letztlich allerdings ohne Erfolg: Die schwarz-grüne Mehrheit beschloss gegen die Stimmen von SPD, FDP und Linker, die Maßnahme umgehend zu realisieren.

Aktenkundig ist seit Mittwochabend allerdings auch eine Liste mit rund 120 Unterschriften gegen die Umbaupläne. Neun Bürger - vom 13-jährigen Schüler bis zur Seniorin - hatten zudem in der Fragestunde heftig kritisiert, dass die Kullenhofstraße künftig in beide Richtungen für den Verkehr freigegeben werden soll. Sie fürchten schlicht, dass Lärm, Gestank und nicht zuletzt die Gefahr von Unfällen das Viertel noch massiver als ohnehin schon belasten werden.

Vor allem die Frage, welchen Einfluss die Anwohner jetzt noch auf die Ausgestaltung der Erschließungsmaßnahme nehmen können, entzweite somit die Gemüter im Rat. CDU und Grüne betonten, es gehe nun zunächst darum, Mittel (rund 300 000 Euro) bereitzustellen - konzeptionelle Änderungen, argumentierte Grünen-Ratsfrau Ulla Griepentrog, könnten nach wie vor geltend gemacht werden. Entscheidend sei, dass „die desolate Wildwest-Situation” rund um den Großparkplatz am Klinikum schnellstmöglich beendet werde, unterstrich ihr Fraktionskollege Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses.

Was vor allem die SPD-Vertreter Norbert Plum und Claus Haase auf die Palme brachte: Die Pläne seien „einfach nicht richtig durchdacht”, wetterte Plum. „Das Konzept krankt an allen Ecken und Enden.” Die Schaffung einer neuen Bewohnerparkzone sei das Mindeste, um der ohnehin programmierten wachsenden Parknot entgegenzuwirken - über 100 Stellplätze sollen im Zuge der Öffnung der Kullenhofstraße wegfallen (wir berichteten). Schließlich zeichne sich ab, dass die Folgekosten der Maßnahme auch wegen der massiven Strapazierung des Asphalts erheblich ausfielen, kritisierte Haase.

„Preisschild” fehlt noch

Apropos Strapazierbarkeit von Straßen und Stadtsäckel: Die Sorge um die Finanzierbarkeit rückte bei der Debatte zum neuen Maßnahmenpaket in Sachen „Sauberes Aachen” flott in den Mittelpunkt - wohl nicht zuletzt unter dem Eindruck des Etatentwurfs der Kämmerin für 2013. So monierte die SPD, dass dem „Dreistufenplan” zum nachhaltigen Kampf gegen Unrat im Stadtbild nach wie vor „das Preisschild fehlt” (Ratsherr Michael Servos). Klar sei wohl nur, dass die Umsetzung der Pläne mit mindestens einer halben Million Euro zu Buche schlage. Da dränge sich die Frage auf, ob die Mittel nicht besser im Sozialen und im Bildungsbereich, etwa bei der Kinderbetreuung, investiert seien. Die CDU wies das zurück: „Das Thema trifft den Nerv der Bevölkerung”, betonte CDU-Fraktionschef Harald Baal. „Kein Kita-Platz wird deswegen in Frage gestellt.” Nachfolger für Wolfgang Rombey gesucht

Zum 30. Juni kommenden Jahres geht der „zweite Mann” in der Verwaltungsspitze von Bord: Stadtdirektor Wolfgang Rombey, als Dezernent zuständig für Kultur, Schule, Jugend und Sport, geht mit Vollendung seines 65. Lebensjahres am 28. Mai in Pension. Der Stadtrat brachte jetzt die Ausschreibung der Beigeordnetenstelle auf den Weg. Wolfgang Rombey ist seit April 2006 als Beigeordneter für das umfassende Ressort verantwortlich, in dem rund 1900 städtische Mitarbeiter beschäftigt sind.
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