Aachen - Bürger im Preuswald gehen in die Offensive

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Bürger im Preuswald gehen in die Offensive

Von: Lucy Breucha
Letzte Aktualisierung:
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Idyllische Lage, schwierige Situation: Die Anwohner des Preuswaldes machen mobil. In einer Bürgerwerkstatt wollen sie die Probleme des Viertels angehen. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Die Bewohner des Preuswaldes haben die Nase voll. Ihr ehemals idyllisches Viertel verkommt immer weiter zur infrastrukturellen Wildnis, ihre Wohnungen aus den 60er und 70er Jahren müssten dringend saniert werden, stattdessen steigen Mieten und Nebenkosten. Auch die Stadt hat die Probleme erkannt.

Der Preuswald, einst ein gefragtes Wohngebiet für Familien mit Kindern, steht heute auf der Liste der Aachener „Stadtviertel mit besonderen Herausforderungen” - gemeinsam mit dem Ostviertel, Rothe Erde, Schönforst und der Oberen Jülicher Straße.

Allein: Der Preuswald hat mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen als die restlichen Viertel dieses „Stadtteiltyps fünf”. Auf einer Bürgerversammlung, zu der die Stadt geladen hatte, machten die Anwohner nun ihrem Ärger Luft.

Das Ziel der Versammlung: Die Erarbeitung von Schwerpunkten für eine Bürgerwerkstatt. Die Bewohner ließen sich nicht zwei Mal bitten. Viele Probleme ergeben sich aus dem hohen Anteil älterer Menschen im Viertel. „Man muss den Wohnungsbestand auf alternde Mieter einstellen”, betonte Hans-Dieter Krupinski, ehemaliger Abteilungsleiter im Landeswohnungsbauministerium. Gemeint ist ein Umbau der Wohnungen im Hinblick auf Barrierefreiheit. Doch auch soziale Dienste fehlen, ebenso wie Einkaufsmöglichkeiten und ein ausreichender Anschluss ans öffentliche Verkehrsnetz.

Ein großer Wunsch der Preuswalder ist es auch, dass endlich wieder Familien mit Kindern ins Viertel ziehen. In Anbetracht des fehlenden Freizeitangebots für junge Menschen ist dieser Plan jedoch momentan zum Scheitern verurteilt. Die Einrichtung eines Medienzentrums soll ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Gerade im Bereich Kinder und Jugendliche sieht Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) ein großes Wachstumspotenzial für den Preuswald: „Ich will, dass sich hier ein Highlight entwickelt”, sagte er.

Für richtig Zunder unter den Bewohnern sorgte die Annington Immobiliengruppe, derzeit Eigentümerin von gut 850 Wohnungen im Viertel. „Die Unzufriedenheit mit dieser Wohnungsgesellschaft ist riesengroß”, rief eine Frau. Trotz hoher Miet- und Betriebskosten schimmelten Wohnungen, verkämen Treppenhäuser. Die Mieter fühlen sich „abgezockt und für dumm verkauft”. Besserung soll nun eine „Annington-Arbeitsgruppe” in der Bürgerwerkstatt bringen.

Was von der Versammlung bleibt, ist vor allem ein Berg an Arbeit. In der Werkstatt will die Stadt ihn gemeinsam mit den Preuswaldern in Angriff nehmen. „Wir werden Taten folgen lassen”, versprach Philipp am Ende. Und eine gute Nachricht gibt es schon jetzt: Am 28. Oktober soll ein lang ersehntes Einzelhandelsgeschäft im Preuswald seine Pforten öffnen.
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