Aachen - Bürger haben Nase voll: Raus aus dem Baustellen-Chaos

Bürger haben Nase voll: Raus aus dem Baustellen-Chaos

Von: Valerie Barsig
Letzte Aktualisierung:
Sauer über das Baustellen-Cha
Sauer über das Baustellen-Chaos: Die Bürger Franz Gass (l.) und Karl Berkele (r.) machen im Gespräch mit den FDP-Politikern Peter Blum (2.v.l.) und Frank Hansen ihrem Ärger Luft. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Ich würde mir einfach weniger Chaos wünschen”, seufzt Elisabeth Segger. Sie kommt aus Vaals und hat allmählich keine Lust mehr, mit dem Auto nach Aachen zu fahren. Der Grund: Baustellen, so weit das Auge reicht.

„Klar ist Verständnis für unvorhergesehene Verlängerungen von Baustellen da”, sagt sie, aber zufrieden mit der Arbeit der Stadtplaner sei sie nicht.

Im Gespräch mit der FDP konnten sich Bürger heute Luft machen über die Kraterlandschaft in der Stadt. „Geschäfte haben mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, ich habe mit Ärzten gesprochen, die Schwierigkeiten haben, ihre Hausbesuche zu machen, weil sie so lange im Stau stehen, Rettungswagen kommen nicht mehr durch - Baustellen müssen sein, aber koordiniert”, sagt Frank Hansen, Vorsitzender des FDP-Ortsvereins Aachen-Mitte. Deshalb habe man nun einen Ratsantrag gestellt, um eine Stelle für einen Baustellenkoordinator zu schaffen. „Das ist im Mobilitätsausschuss auf überraschend breite Zustimmung gestoßen”, berichtet Peter Blum, mobilitätspolitischer Sprecher der FDP.

Schlechte Beschilderung für Umleitungen, das ist vor allem für Menschen, die nicht aus Aachen kommen, ein Problem. „Klar, als Aachener kennt man die Schleichwege”, sagt auch Urban Kochs. „Aber wenn man nicht aus Aachen kommt, ist das eine Katastrophe.” Für Franz Gass ist klar: „Stadtplaner und Tiefbauamt sind Schuld an der Misere. Klar gibt es immer Unwägbarkeiten, die nicht vorauszusehen sind, aber man muss doch darauf flexibel reagieren.”

Gemeinsam mit Karl Berkele ist er heute in die Stadt gefahren. „Ein Oberzentrum wie Aachen kann es sich nicht erlauben, dass der Verkehrsfluss nicht gegeben ist. Wir sind hier heute ganz schön rumgekurvt.” Wolfgang Niemeyer ist Bauingenieur und war jahrelang im Geschäft. „Das Ganze ist ein Planungsfehler, und verantwortlich ist das Dezernat für Planung und Umwelt um Gisela Nacken. Eigentlich sind in Aachen nicht viele kleine Baustellen, sondern eine große, und das erfordert Netzwerkplanung.” Klar müsse man auch Verständnis haben, gerade für die Sanierung der alten Kanäle unter der Innenstadt, aber das Chaos, so meint er, ließe sich mit vernünftiger Nutzung von moderner IT-Technik eindämmen. „Da gibt es PC-Programme, die man zur Hilfe nehmen kann.”

Bessere Abstimmung mit Stawag

Urban Kochs wünscht sich eine bessere Abstimmung zwischen Stawag und Kommune. „Das Ganze erscheint einfach nicht koordiniert. Treten Unwägbarkeiten auf, muss man eben andere Baustellen, die nicht so notwendig sind zurückstellen.” Mehr Flexibilität, so der allgemeine Tenor der Bürger, würde die Situation in der Stadt verbessern.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert