Aachen - Bühne ´78 zeigt Kriminalkomödie „8 Frauen”

Bühne ´78 zeigt Kriminalkomödie „8 Frauen”

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Ein Mord, den niemand gesehen haben will: Bei der Kriminalkomödie „8 Frauen” geht es mysteriös zu.

Aachen. Die jüngste Premiere der Bühne ´78 hätte nicht gelungener sein können. Auf dem Programm stand die Kriminalkomödie von Robert Thomas: „8 Frauen”. Wie es der Titel verrät, gaben sich auf der Bühne der ausverkauften „Klangbrücke” ausschließlich Darstellerinnen ein Stelldichein.

Der einzige Mann, namens „Marcel”, um den sich die erhitzten Debatten der Frauen drehten, blieb „mit einem Dolch im Rücken” unsichtbar. Das tat der Spannung keinen Abbruch, denn die Akteurinnen spielten die unterschiedlichen Charakterrollen in Perfektion, die entsprechend der jeweiligen Generation - zwischen Teenie und Großmutter - auch altersgemäß original besetzt werden konnten.

Das Stück spielt in den 50er Jahren in einem einsam gelegenen, großbürgerlichen Landhaus, das durch ein attraktives Bühnenbild real erscheint. Im Salon begegnen sich zunächst „Gaby”, die Dame des Hauses (Evi Schleuter), ihre beiden Töchter „Susanne” (Ellen Stollenwerk) und „Catherine” (Pia Scheufen), die Großmutter im Rollstuhl, genannt „Mamy”, (Elfriede Schneiders), die etwas altjüngferliche Tante „Augustine” (Rita Lembke) und die Köchin „Madame Chanel” (Gaby Demiris). Und alle schwärmen bis auf „Gaby” von „Marcel”, dem noch schlafenden Hausherrn, diesem „wunderbaren Menschen, dem alles zu verdanken sei”.

Doch bereits jetzt werden durch Spitzfindigkeiten in den Dialogen Spannungen untereinander spürbar. Ein gellender Schrei des Zimmermädchens „Louise” (Jasmina Okanovic) lässt Furchtbares ahnen. Als sie den Hausherrn wecken will, findet sie ihn mit einem Dolch im Rücken vor. Wer ist der Mörder oder die Mörderin? Die Damen entwickeln wahrhaft kriminalistische Talente und offenbaren „die Abgründe der weiblichen Seele”, wie es die Regisseurin Ellen Stollenwerk bereits bei den Proben angekündigt hatte. Zu allem Unglück sehen sich die Frauen nicht nur völlig von der Welt abgeschnitten, sondern werden auch noch vom unerwarteten Besuch der Schwägerin „Pirette” (Andrea Müllejans) überrascht. So wechseln Hysterie und Melodramatik in giftspeienden Dialogen ständig einander ab.

Bereits nach dem ersten Akt gab es Beifall. Gebannt verfolgte das Publikum das Geschehen und amüsierte sich köstlich bei all´ dieser Dramatik. Am Ende der zweieinhalbstündigen Aufführung gab es für die Spielschar unter anhaltendem Beifall vier „Vorhänge”.
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