„Bühne 78”: Ein Perpetuum Mobile der Liebe
Dass jede von ihnen die schönste Flugbegleiterin ist, die er je gesehen hat, das sagt der Schwerenöter seinen Damen, ohne rot zu werden. Koordination, strengste Organisation und absoluter Überblick über die Flugpläne sind die Qualitäten, die in Bernards „Perpetuum mobile der Liebe” essenziell sind.
Als er Besuch von seinem Freund Robert (Frank Debye) bekommt, zeigt dieser sich zwar zunächst skeptisch von Bernards Auf- und Ab (-flug) der Liebe, ist aber immer mehr beeindruckt. Wenig begeistert von noch einem Besucher in Bernards Heim ist Haushälterin Berthe, die ohnehin findet, dass es ein Dienstmädchen unter solchen Umständen nicht leicht hat.
„Der wohnt jetzt bei uns? Als wenn wir hier nicht schon genug Verkehr hätten!” Die wesentliche Frage des Stücks aber bleibt: Was passiert, wenn die Flugzeiten sich ändern? Und: Wem gefällt welche Stewardess am besten?
Besonders überzeugen in der turbulenten Komödie, die aus der Feder des Franzosen Marc Camoletti stammt, die schnellen Wortwechsel zwischen Robert und Berthe und die drei Damen vom (Luft-) Fach, die sich allesamt an das Sprechen mit schweizer, französischem oder amerikanischem Akzent gewöhnen mussten.
„Ich kenne den Film zum Stück”, erzählt Zuschauer Dieter Wetzels. 1965 kam das Stück an den Broadway und auch der Film erschien im selben Jahr. „Die Umsetzung hier ist wirklich gut, das Zuschauen macht Spaß.” Wunderbar durchdacht ist auch das Bühnenbild des Stücks. Je nach Dame, die gerade zu Besuch ist, passen Bernard und Robert das drehbare Bild an der Wand an, ein willkommener Gag beim Publikum. Auch die Architektenwohnung Bernards, in der sich die Komödie abspielt ist durchgestylt bis ins letzte Detail.
Beleuchtete Bar, ein bisschen Glas hier, ein wenig Kubismus da, das klassische schwarze Ledersofa und Muschelsessel kombiniert mit Sommerfarbe „Beere” überzeugte auch das Publikum. „Amüsant, unterhaltsam, alles in allem wunderbar”, urteilt auch Sophia Schwind.
Wer mit der Crew der „Bühne 78” noch einmal Höhenluft schnuppern möchte, kann das am 24., 25. und 26. August jeweils um 19.30 Uhr im Ludwig-Forum an der Jülicher Straße tun.









