Bücherreihen und Vorträge zu Ehren Karls des Großen

Von: Hans-Peter Leisten
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Sie haben sich ein dickes Aufg
Sie haben sich ein dickes Aufgabenpaket geschnürt: die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates, der - seit gestern durch auswärtige Experten verstärkt - die beiden Ausstellungen zum 1200. Todestag Karls des Großen in zwei Jahren vorbereiten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das Gerüst steht, jetzt werden die Mauern hochgezogen. Und die sollen im Sinne der Wissenschaft Jahrhunderte überdauern. Doch statt irgendwelcher Handwerker gehen jetzt geistige Kapazitäten an die Arbeit und werden dafür sorgen, dass diese Mauern möglichst Generationen überstehen.

So wie es sich bei der Auseinandersetzung mit dem historischen Phänomen Karl der Große gehört.

2014 wird dessen 1200. Todestag gedacht - mit einer Bücherreihe, mit Vorträgen, vor allem aber mit zwei großen Ausstellungen. Und die sollen - so betonte es Stadtdirektor und Kulturdezernent Wolfgang Rombey im Weißen Saal des Rathauses ausdrücklich - Aachen als Karls- und Europastadt zu einem „Leuchtturm in der historischen Landschaft” machen.

Das Gerüst zu den beiden Ausstellungen, deren Arbeitstitel „Karls Pfalz - Höfisches Leben und Ort der Macht” und „Karls Schätze” lautet, wurde in sechs Sitzungen von Wissenschaftlern der RWTH erstellt. Seit Mittwoch ist dieser Beirat um externe Mitstreiter erweitert, die die Außensicht und ihre Erfahrungen einbringen.

Es handelt sich um absolute Kapazitäten der Geschichtsforschung wie Prof. Dr. Rudolf Schieffer aus München, der einer der führenden Mittelalterforscher Deutschlands überhaupt ist. Genau wie Prof. Dr. Dr. Johannes Fried von der Universität Frankfurt oder Prof. Dr. Gudrun Gersmann vom Deutschen Historischen Institut Paris. Sie alle werden mit den Aachener Kollegen das geistige Karls-Gebäude errichten und an einer umfassenden Darstellung arbeiten.

Seit Mittwoch gibt es auch eine entsprechende Broschüre, in der das Projekt auch möglichen Sponsoren präsentiert wird. Der Beirat für das Karlsjahr erarbeitet jetzt eine tragfähige Konzeption für 2014. Dabei geht es zum Beispiel um Fragen der Darstellung: „Brauchen wir ein klassisches Modell? In wieweit fließen neue Medien ein?”, präzisierte Rombey die konzeptionellen Gespräche.

Die Mitglieder des Beirates werden bereits vorher Essays verfassen, die zum Beispiel 2012 und 2013 im Karlspreisrahmenprogramm Niederschlag finden, aber endgültig in einen umfassenden Katalog zu den Ausstellungen veröffentlicht werden. Karl der Große wird dann in seiner Gesamtheit dargestellt: als Mythos, als missbräuchlich benutzte historische Gestalt, als Förderer von Kultur und Wissenschaft - aber auch als Mann des Schwertes und gewaltsamer Christianisierung.

Ein etwas ungewöhnliches Exponat für eine Ausstellung hielt Aachens Karlsexperte Prof. Dr. Max Kerner am Mittwoch bereit: ein Gedicht von Öcher-Platt-Dichter Hein Engelhardt „Karl än Fastrada”. Das Gedicht über die Beziehung des Kaisers zu seiner vierten Ehefrau in Öcher Mundart ist quasi ein Signal, an wen sich die wissenschaftlichen Ausstellungen auch wenden werden: die Öcher selbst.
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