Bücher über Bücher stapeln sich in der Citykirche

Von: Valerie Barsig
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„Bücherberg” in der Citykir
„Bücherberg” in der Citykirche: Die Ausstellung „Das Wort” von Gerd Lebjedzinski ist dort noch zwei Wochen zu sehen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Manche gestapelt, manche liegend, manche ordentlich aufeinander ruhend, in manchen steckt noch ein Lesezeichen: Bücher über Bücher hat der Aachener Künstler Gerd Lebjedzinski liebevoll installiert mit mehreren Schichten voll weißer Farbe. „Jeder muss das darin sehen, was er meint”, sagt er.

Drei bis fünf Anstriche hat er den Worthülsen gegönnt, bis sie die Struktur hatten, die er wollte - „einige habe ich in der Badewanne eingeweicht und hinterher mit der Axt bearbeitet”, berichtet er.

„Die Frage ist doch, ob ich den Inhalt bewahrt habe oder einen Schatz eingesperrt.” Die Idee hatte der Künstler bereits vor drei Jahren - durch den Brand in der Citykirche hat sein Projekt angedauert. „Alles was mit Buch und Sprache zu tun hat, passt gut hier in die Citykirche”, findet auch Pastoralreferent Dieter Spoo.

Noch zwei Wochen wird die Installation von Gerd Lebjedzinski zu sehen sein. Neben der eindrucksvollen Skulptur können auch einige Bleistiftzeichnungen des Künstlers betrachtet werden. Alle von ihnen sind ohne Titel und zeigen vor allem Eines: Menschen und Bücher. Anatomisch akribisch, weich gezeichnet, ihre Gesichter höchst genau abgebildet auf Bücherseiten, Bücherrücken oder als Gestalten abseits der klaren Geschichten - „Menschen, das kann ich”, sagt der Künstler. „Die Inspiration kommt zu mir, es passiert einfach.”

Passend dazu auch die Interpretation der Schauspielerinnen Anna Scholten und Barbara Portsteffen im Rahmen der Ausstellungseröffnung. Aktionskunst und Percussionmusik interpretieren Lebjedzinskis Installation. Worte, klein und groß, mal leise mal laut, klein und flüsternd, groß und gewaltig - sie umschließen uns alle, sitzen auf unserem Schoß - und - ob wir sie hören wollen oder nicht, sind immer Teil des Seins.

„Das Spiel mit dem Wort passt zur Installation und auch die Percussion-Musik erinnert an Buchstaben”, empfindet es Dieter Spoo. „Wie Buchstaben ist solche Musik punktuell”, sagt er. „Wir sind froh, immer etwas Neues in der Citykirche präsentieren zu können. Gerade Künstlern, die noch keinen großen Bekanntheitsgrad erreicht haben, wie Lasse Lemmer, bieten wir so eine Bühne.” Wer sich davon überzeugen möchte: Zu sehen ist das Kunstwerk noch bis zum 14.9., der Eintritt ist kostenlos.
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