Aachen - Büchel: Phantasievolle Ideen ohne Phantasterei

Büchel: Phantasievolle Ideen ohne Phantasterei

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Seit Jahren in städtebaulicher Schieflage: Für das Areal rund um das marode Parkhaus Büchel präsentierte der Förderverein Aachen-Fenster jetzt Entwürfe von angehenden Architekten.

Aachen. Das große Werbeplakat an der Außenfassade des Parkhauses Büchel, das für die „Bel Etage“ wirbt, hat schon Patina angesetzt. Seit 2008 liegt das Gelände, eigentlich ein Herzstück der Innenstadt, im Dornröschenschlaf.

 Seitdem sollte mehrfach der Startschuss für die Bel Etage fallen – mal sollte dort ein trendiges Einkaufszentrum, dann ein Hotel entstehen. Im Zuge der Errichtung des „Aquis Plaza“ am Kaiserplatz sollten dort auch Ersatzwohnungen gebaut werden. „2013“, so Hans-Dieter Collinet, Vorsitzender des Fördervereins Aachen-Fenster, „blicken wir immer noch auf ein Parkhaus.“ Irgendwie will, so scheint es, keines der bisherigen Konzepte so richtig zu passen, zumal die mitten im Areal gelegene Antoniusstraße das Rotlichtmilieu beherbergt, und sich daran derzeit auch nichts ändern soll.

Wie eine Mischnutzung trotzdem gehen könnte, versuchten fünf Studentinnen der Fachhochschule Darmstadt im Rahmen einer Seminararbeit im Master-Studiengang Architektur zu zeigen, die sie unter dem Titel „Rotlicht und Weitsicht“ im „Aufmerksamkeitsfenster“ des Vereins vorstellten. Marcin Orawiec, der das Projekt betreute, lebt in Aachen. Als Collinet ihm das Projekt angetragen hatte, so Orawiec, „waren mehrere Punkte reizvoll: Wie lässt sich eine Mischnutzung realisieren? Wie lassen sich die denkmalgeschützten Gebäude, wie der alte Londoner Hof oder das Ensemble auf der Ecke Büchel/Nikolaus-straße in die Pläne einbinden? Lässt sich der Büchel mit der Kleinkölnstraße auch jenseits der wenig attraktiven Nikolausstraße miteinander verbinden?“

Knapp drei Monate hatten die Studentinnen Zeit. „Zu Beginn hatten wir eine Ortsbegehung“, erklärt Anika Ketteniss, die mit Kommilitonin Irina Schiebelbein nach Aachen gekommen war. Dann orientierten sie sich an Lageplänen, berücksichtigten denkmalgeschützte Gebäude, planten Verkehrsanbindungen und Parkmöglichkeiten. Allen Projekten ist gemein, dass das horizontale Geschäft in der Antoniusstraße bleibt, sich aber auf den vorderen Teil Richtung Mefferdatisstraße konzentriert. Der hintere Teil wird freigegeben für Einzelhandel und Wohnen. Irina Schiebelbein legte das Quartier mit Innenhofstrukturen an, in den zu den Straßen gelegenen Bereichen sollen sich Einzelhandel und Gastronomie niederlassen können. Die in sich geschlossenste Lösung zum Thema Rotlicht präsentierte Anika Ketteniss, die im vorderen Teil der Antoniusstraße einen mehrstöckigen Gebäudekomplex mit Atrium errichten will, den „Kreis des Vertrauens“, wie sie es nennt.

Die Vorschläge wurden in der Diskussion positiv aufgenommen, auch wenn einem Zuhörer das Aachen-Typische fehlte. Die Ergebnisse der Konzepte und der Diskussion will Collinet den Verantwortlichen für das Stadtentwicklungsprojekt 2020 präsentieren. Wann diese „offene Wunde im Herzen der Stadt“ geschlossen wird, ist offen. Konkret ist der nächste Termin für das „Aufmerksamkeitsfenster“. An 17. September werden die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, wo Aachener nach den schönsten und den weniger schönen Orten befragt wurden.

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