Aachen - Büchel: Alleingang des Oberbürgermeisters schlägt hohe Wellen

Büchel: Alleingang des Oberbürgermeisters schlägt hohe Wellen

Von: Oliver Schmetz und Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) sucht Alternativstandorte für Bordelle – und die Politik ist auf der Palme. Der AZ-Bericht über das Solo des Verwaltungschefs schlägt hohe Wellen.

Kein Wunder: Philipp stemmt sich mit seinem Alleingang massiv dem Ratsbeschluss zur Entwicklung des Altstadtquartiers Büchel entgegen. Der Rat hatte aus Anlass der harschen Kritik von Polizeipräsident Dirk Weinspach am geplanten Verbleib des Rotlichtbezirks in der City nochmals bekräftigt, dass es genau bei diesem Plan bleiben soll.

Zudem soll nach Jahren des Stillstands der Bebauungsplan für das wichtige Stück Innenstadt vorangetrieben werden. Doch der OB befürchtet, dass mit Bordellen jegliche Entwicklung gefährdet ist. Hintergrund: Die Investoren Norbert Hermanns und Gerd Sauren wollen das „Sträßchen“ auch anderswo verortet sehen, sollen neben dem geplanten „Laufhaus“ doch Wohnungen und eine Kita entstehen.

Die Politik – außer der FDP haben alle für einen Verbleib der Bordelle votiert – will nun wissen, was da gespielt wird. Unmittelbar nach Erscheinen unseres Berichts gestern hat Philipps Parteifreund Harald Baal als Vorsitzender des Planungsausschusses Dezernent Werner Wingenfeld „gebeten“, Rede und Antwort zu stehen – in der Ausschusssitzung am morgigen Donnerstag. So soll Wingenfeld darlegen, was die Verwaltung in Sachen Büchel tut – oder eben auch nicht.

Zudem wird die Politik wissen wollen, welche Standorte der OB denn da im Auge hat. Nach AZ-Informationen umfasst die Liste fast zehn Ideen, die bislang unter Verschluss gehalten werden. Ob die Verwaltung tatsächlich alles – insbesondere die Standorte, die der OB bereits von seinen Fachleuten prüfen lässt – auf den Tisch legt, ist eine spannende Frage. Der OB selber kann – selbst wenn er wollte – nicht teilnehmen. Er weilt derzeit in Südkorea.

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