Aachen - Buchhandlung Meurer feiert 50-jähriges Bestehen

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Buchhandlung Meurer feiert 50-jähriges Bestehen

Von: Ines Kubat
Letzte Aktualisierung:
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Setzen mit ihrem Team auch in digitalen Zeiten auf Service vor Ort: Hildegard (rechts) und Wilhelm Meurer (links), die mit ihrer Buchhandlung den 50. Geburtstag feiern. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Ich habe nie über einen anderen Beruf nachgedacht“, erinnert sich Werner Meurer an seine Jugend. Schon als Pennäler des Einhard-Gymnasiums sei er nach der Schule in den Laden seines Vaters gelaufen und habe dort die Nachmittage verbracht. Inmitten von endlosen Seiten packender Abenteuer, romantischer Liebesgeschichten oder theologischer Abhandlungen entwickelte er seine Passion für Bücher.

Sein Vater beschloss 1963, sich selbstständig zu machen, und eine Buchhandlung in der Bahnhofstraße zu eröffnen. Jetzt wurde das kleine Geschäft 50 Jahre alt. Ein solcher Geburtstag ist in der heutigen Zeit für Buchhandlungen keineswegs mehr selbstverständlich. Bereits sein Vater spezialisierte das Angebot, das über Belletristik, Kinderbücher und natürlich Sachbücher reicht, schon früh auf den Bereich der Theologie.

Zur Zeit des Geschäftsumzuges Anfang der 70er Jahre in die Horngasse war Werner Meurer selbst damit beschäftigt, seine Lehre zum Einzelhandelskaufmann in Düsseldorf zu beenden, so dass er 1999 das Geschäft übernehmen konnte. Derzeit kümmern sich sechs Mitarbeiter von Montag bis Samstag um Bücher, Bestellungen und vor allem die Kunden. Als besonderer Service erfreuen sich die regelmäßigen Lesungen und Buchvorstellungen der Mitarbeiterin Susanne Laschet großer Beliebtheit.

Doch der normale Verkauf von Büchern ist schon längere Zeit nicht mehr ausreichend, erklärt Meurer. So lebe die Buchhandlung zum Großteil davon, seit Jahren Bestellungen an Institutionen wie die Hochschule oder die Diözesanbibliothek zu liefern.

Und selbstverständlich plagen den Besitzer und Krimi-Liebhaber Meurer dieselben Ängste wie andere Vertreter seiner Zunft. Schließlich gilt es mittlerweile, sich als kleines Geschäft gegen riesige Internetkonzerne und deren Internetangebot zu behaupten. Diese Entwicklung spüre man auch an den sinkenden Kundenzahlen, merkt Meurer besorgt an.

Dabei kann er sich eigentlich auf die besondere Stärke der Buchhandlung verlassen, die schon beim Betreten des Ladenlokals deutlich spürbar ist: Und das ist das besondere Engagement aller Mitarbeiter. Besser als jede digitale Kundendatei, kennen sie die besonderen Vorlieben ihrer langjährigen Stammkundschaft, geben Empfehlungen und bestellen schon mal auf Verdacht mögliche neue Lieblingsbücher.

Und so weiß Mitarbeiterin Laschet auch von amüsanten kleinen Anekdoten mit Kunden zu erzählen, wie lustige Bestell-Irtümer: Eine Kundin suchte einmal vergeblich nach dem Buch „Seehundbaby“ von Erich Kästner. Was sie eigentlich meinte, erfuhr Susanne Laschet erst durch ihren belletristischen Spürsinn: Es war der „Steppenwolf“ von Hermann Hesse.

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