Aachen - Bucherscheinung: Kultur- und Naturlandschaft Soers im Wandel der Zeit

Bucherscheinung: Kultur- und Naturlandschaft Soers im Wandel der Zeit

Von: kaa
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„Bilderbuch-Soers“: Professor Hans-Karl Rouette präsentiert sein neues Werk über die Landschaft am Fuß des Lousbergs mit „Neubürger“ OB Marcel Philipp und Verleger Ingo Palm (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wie ein grüner Teppich breitet sich die Soers am Fuß des Lousbergs aus. Für die Aachener ist der Stadtteil ein geschätztes Naherholungsgebiet, und auch die dort angesiedelten Sportstätten ziehen zahlreiche Besucher an. Die Soers ist mehr als „Natur pur“.

Professor Dr. Hans-Karl Rouette kennt diesen Stadtteil wie seine Westentasche. Er ist hier geboren, hat immer in der Soers gelebt und hier auch gearbeitet. Jetzt hat der 74-Jährige das Buch „Die Aachener Bilderbuch-Soers“ herausgebracht. Rund 600 Fotos dokumentieren die Schönheit dieser 600 Jahre alten Kulturlandschaft, zeigen aber auch den Wandel, den der Stadtteil vor allem in den vergangenen 25 Jahren vollzogen hat. Die Ansichten ergänzt Hans-Karl Rouette mit Texten zur Geschichte der Soers. Dazu hat er auch das Archiv der Soerser Schützenbruderschaft genutzt, und die Schützenhefte seit 1961 ausgewertet.

Gefragt, was für ihn das Besondere dieses Stadtteils ausmache, fasst Rouette seine Antwort so zusammen: „Das Faszinierende sind die Spuren, die Menschen hier über Jahrhunderte hinterlassen haben.“ Das Buch beschreibt auf 324 Seiten die Soers mit ihren verschiedenen Bedeutungen für Wirtschaft, Kunst, für Ökologie und Klima der Region, und als Lebensraum. In jüngster Zeit spielen auch die Landwirte wieder eine Rolle. Sie seien, so Rouette, die wichtigsten Schützer der Soers.

Ein besonderer Schatz sind 16 Glasplattenfotografien von Gustav Grimme, die das Leben in der Soers in den 1930er Jahren dokumentieren und in dieser Form vorher noch nie zu sehen waren. Dass die Ansiedlung des Sportparks nicht immer reibungslos über die Bühne ging, beschreibt Rouette ebenfalls in seinem Buch. Bei der Kutschbahn, die 2005 für die WM gebaut wurde, organisierte er mit dem Soerser Forum, einem Zusammenschluss von etwa 100 Bürgern, die sich für die Belange in ihrem Stadtteil einsetzen, zum ersten Mal in seinem Leben sogar eine Demon-stration. „Blut“ habe er geschwitzt, als die Demonstranten die befahrene Kreuzung an der Bastei lahmlegten, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. „Die Soerser sind zuweilen auch renitent“, meint er verschmitzt, „sie wehren sich, wenn ihnen etwas nicht passt.“ Das Vorwort verfasste der Neu-Soerser, OB Marcel Philipp. Auch ihn fasziniert das konservierte Erscheinungsbild einer alten Industrielandschaft: „Die Soers sieht noch so aus, wie Stadtteile wie Burtscheid vor 100 Jahren ebenfalls ausgesehen haben.“ Herausgebracht hat Rouette das Buch bei der Spieprath Druck und Service GmbH, die ebenfalls in der Soers beheimatet ist. Prokurist Ingo Palm ist besonders begeistert vom Licht, das diesem Stadtteil immer etwas Besonderes verleiht.

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