Brutaler Schläger muss acht Jahre büßen

Von: Wolfgang Schumacher
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Abgesperrt: Ein Wärter schließt eine Zellentür in einer Justizvollzugsanstalt ab. Symbolbild: dpa

Aachen. „Total ausgeflippt“ sei der 33-jährige Angeklagte Stefan B., als er am Abend des 27. Juni 2014 einen Mitbewohner des städtischen Übergangswohnheimes in der Aretzstraße mit Tritten traktierte.

Der drogen- und alkoholabhängige Mann traf sein Opfer, mit dem er ansonsten gut ausgekommen sei, im Hausflur des Heimes mit einer insgesamt „schwierigen“ Bewohnerschaft, wie es der Vorsitzende des Schwurgerichts ausdrückte, zunächst mit der Faust im Gesicht. Dann sei er, so Richter Arno Bormann in der Urteilsbegründung, immer mehr in Rage geraten und habe mit dem beschuhten Fuß auf den am Boden liegenden 61-Jährigen brutal und mit Tötungsabsicht eingetreten.

Geständnis und spürbare Reue

So wurde der völlig auf die schiefe Bahn geratene Vater zweier Kinder wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung, wegen Widerstandes gegen einen Beamten und wegen zweier weiterer brutaler Raubüberfälle zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Bevor er wieder auf freien Fuß kommt, muss der Verurteilte eine Alkohol- und Drogentherapie absolvieren.

Dem Gericht lag viel daran, dem Angeklagten bei der Begründung des Strafmaßes klar zu machen, dass der 33-Jährige noch gut davon gekommen ist. „Ohne sein wirklich vorbehaltloses und umfängliches Geständnis, bei dem wir das Gefühl hatten, dass der Angeklagte es echt bereut, wären wir zu einer weit höheren Strafe im zweistelligen Bereich gekommen“, erklärte Bormann. Denn alle Prozessparteien müssten sich in einem Urteil wiederfinden, und so müsse eine solch brutale Tat eine angemessene Strafe nach sich ziehen.

Staatsanwalt Sebastian Muhl hatte in seinem Plädoyer zehn Jahre Haft gefordert, Verteidiger Peter Schäfer beantragte für seinen Mandanten eine Strafe von nicht mehr als sieben Jahren Haft. Zum Hintergrund: Das Opfer schwebte vier Tage in Lebensgefahr, der Mann hatte schwerste Kopf- und Körperverletzungen. Höchstwahrscheinlich nur einem glücklichen Umstand ist seine Rettung zu verdanken. Als der Täter biertrinkend und tatenlos neben seinem ohnmächtigen Opfer auf der Treppe des Heims saß, kam zufällig ein Notarzt vorbei, er war zu einem anderen Fall im „schwierigen“ Haus gerufen worden. Ein halbes Jahr zuvor hatte B. bereits einen Mann brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt.

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