Brutale Attacke gegen Gelsenkirchener Fahrzeug nach Alemannia-Spiel

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Augenzeugen des brutalen Überfalls waren fassungslos. „Das war der blanke Hass“, sagt einer. „Das sprengt alles, was ich hier bisher gesehen habe“, sagt ein anderer. „Und das schadet dem Verein und allen Leuten, die sich hier engagieren.“

Es geht wieder einmal um Alemannia Aachen, und es geht wieder einmal um die Gruppe gewalttätiger „Fans“ dieses Vereins, der gerade erst versucht, nach einer Insolvenz wieder auf die Beine zu kommen. Und nachdem es bereits beim vergangenen Auswärtsspiel in Dortmund schwere Randale von schwarz-gelben Anhängern gab, war diesmal der Tivoli Schauplatz.

Oder besser gesagt: das direkte Umfeld des Stadions an der Krefelder Straße. Denn während Dienstag bei der Heimpleite gegen Schalke 04 II im Inneren aus dem Aachener Fan-Block Bierbecher aufs Spielfeld flogen (siehe Sport) – was das Strafmaß für den Verein bei der bevorstehenden Spruchkammersitzung des Verbandes sicher nicht abmildern wird –, eskalierte nach dem Spiel draußen die Gewalt.

Wie mehrere Zeugen der AZ schilderten, wurde dabei ein Fahrzeug mit Gelsenkirchener Kennzeichen attackiert, das im Stau kurz vor dem Kreisverkehr an der Albert-Servais-Allee stand. „Ich habe im Rückspiegel acht bis zehn dunkel gekleidete Personen mit Kapuzen gesehen, die in jeden Wagen hineinschauten“, sagt ein Augenzeuge. „Und als sie sahen, dass in einem Wagen Leute mit Schalke-Trikots saßen, gingen sie wie die Bekloppten auf das Fahrzeug los.“

Die dunklen Gestalten hätten zunächst versucht, die Türen aufzureißen, berichtet der Mann. Dann habe man versucht, den Wagen umzukippen und schließlich mit einem Stein auf die Rückscheibe eingeschlagen. Nur weil ein anderer Autofahrer geistesgegenwärtig zur Seite gefahren sei und den Weg frei gemacht habe, habe der Fahrer aus Gelsenkirchen schließlich die Flucht ergreifen können.

„Der ist in voller Panik weggefahren“, berichtet ein anderer Zeuge, der gerade mit seinen Kindern zu Fuß am Tatort vorbeikam – und der, wie er sagt, nicht zum ersten Mal Zeuge von brutaler Gewalt am Tivoli wurde. „Schon gegen Gladbach II habe ich mit meinen Kindern eine brutale Schlägerei miterlebt“, sagt der Mann, der in der regionalen Fußballszene kein Unbekannter ist. „Es reicht allmählich.“ Sein jüngster Sohn wolle mittlerweile aus Angst nicht mehr mit ins Stadion kommen.

Dass sich die Zeugen des Übergriffs, mit denen die AZ gesprochen hat, nicht namentlich zitieren lassen möchten, passt ins Bild. Sie sind der Redaktion bekannt, haben aber zum Teil Angst vor Repressalien. Einer hat nach eigenem Bekunden auch mehrere Polizisten gesehen, die den Tätern hinterhergelaufen seien. In der näheren Umgebung des Vorfalls sowie rund um das Stadion sei nach Spielende ohnehin viel Polizei präsent gewesen, sagt ein anderer.

Doch von dem Vorfall ist bei der Behörde offenbar nichts bekannt. „Es hat vor, während und nach dem Spiel – bis auf die Gegenstände, die auf den Platz flogen – keine besonderen Vorkommnisse gegeben“, antwortet die Pressestelle der Aachener Polizei auf eine entsprechende AZ-Anfrage.

Das war im Übrigen auch nach der oben erwähnten Schlägerei im Stadionumlauf nach der Heimpremiere gegen Gladbach nicht anders gewesen. Zeugen hatten der AZ von extremer Brutalität berichtet, von mehreren Verletzten – darunter auch einem völlig unbeteiligten Zuschauer. Doch auch damals hatte es bei der Aachener Polizei auf Nachfrage geheißen, dass von diesem Vorfall nichts bekannt sei.

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