Aachen - Brückenbauer mit großen Verdiensten: Herbert Prömper ist tot

Brückenbauer mit großen Verdiensten: Herbert Prömper ist tot

Von: Stephan Mohne
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Deutschland und China, Aachen und Ningbo: Herbert Prömper baute stabile Brücken zwischen den Partnerstädten und ihren Menschen. Der langjährige Vorstandschef der Aachener Bank engagierte sich zudem noch in vielen anderen Bereichen und erhielt zahlreiche hohe Auszeichnungen. Nun ist er im Alter von 86 Jahren gestorben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Man nannte ihn nicht selten einen „Mann der Völkerverständigung“. Oder auch einen „Brückenbauer zwischen den Kulturen“. Oder man nannte ihn einfach „Mister China“. Kein Wunder. Denn eine seiner Lebensaufgaben, ja eine wahre Passion bestand für ihn darin, dass sich die Menschen aus Aachen und der chinesischen Partnerschaft Ningbo näherkamen.

Sie kamen sich näher. Und das ist vor allem das Verdienst eines Mannes: Herbert Prömper.

23 Jahre lang – noch bis Ende Juni dieses Jahres – war er Vorsitzender des Städtepartnerschaftskomitees, das sich um die Beziehungen in die Sechs-Millionen-Einwohner-Metropole am Jangtse-Fluss kümmert. Bereits 1996 wurde er zum Ehrenbürger Ningbos ernannt. 2010 erhielt er den „Award for Contributions to People‘s Friendship“ – als erster Deutscher überhaupt.

Im September 2016, als der 30. Geburtstag der Städtepartnerschaft Aachen-Ningbo im Krönungssaal des Rathauses gefeiert wurde, zeichnete Oberbürgermeister Marcel Philipp seinen Duz-Freund Herbert Prömper mit dem Silbernen Karlssiegel der Stadt Aachen aus. Bereits 1999 wurde Prömper mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Am vergangenen Donnerstag ist Herbert Prömper im Alter von 86 Jahren gestorben.

„Bei mir kommt nie Langeweile auf. Ich habe immer etwas zu tun“, pflegte der an vielen Stellen engagierte Ur-Öcher zu sagen. Und wie es sich für einen solchen gehört, erblickte er im Mariannen-Institut an der Jakobstraße am 14. Februar 1931 das Licht der Welt. Sein Abitur „baute“ er am Couven-Gymnasium und begann im Anschluss eine Banklehre bei der Deutschen Bank, bei der er zum Prokuristen und schließlich Direktor aufstieg. Am 1. März wurde Herbert Prömper dann Vorstandsmitglied der Aachener Bank und nur neun Monate später deren Chef. Diesen Posten füllte er 18 Jahre lang aus.

In diese Zeit fiel 1988 auch die Zementierung des Brückenschlags mit Ningbo via Städtepartnerschaftskomitee – vier Jahre nach ersten Kontakten der FH Aachen in die 10.000 Kilometer entfernte Großstadt und zwei Jahre nach dem Ratsbeschluss für eine offizielle Städtepartnerschaft. 1994 übernahm Prömper den Vorsitz des Fördervereins. 23 Mal besuchte er Ningbo, knüpfte die Freundschaftsbande immer fester.

Fast 4000 Menschen aus beiden Städten besuchten bereits die jeweilige Partnerstadt, Schüler verschiedener Aachener Schulen gehen regelmäßig auf große Tour nach Fernost. Mehrere Unternehmen aus Ningbo haben sich im Chinahaus an der Reumontstraße niedergelassen. Der Förderverein selbst betreibt seit 20 Jahren den „Deutschen Club“ im 28. Stock der Bank of China in Ningbo. Dort wird sprachlicher und kultureller Austausch gepflegt. Es gibt Sprachkurse und eine umfangreiche Bibliothek.

Ningbo ist die eine Sache. Doch Herbert Prömper engagierte sich noch in vielen weiteren Bereichen. So hob er 1987 die Aachener Sektion des CDU-Wirtschaftsrats mit aus der Taufe und wurde deren Sprecher. Eine Funktion, die er bis 2013 ausfüllte. Bei seinem Abschied wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zu den Veranstaltungen des Wirtschaftsrats lotste Prömper zahlreiche prominente Politiker und Unternehmer – Jean-Claude Juncker, Jürgen Rüttgers, Guido Westerwelle, Norbert Röttgen, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Zu seinem 75. Geburtstag äußerte Prömper den Wunsch, es möge in Aachen eine „Ningbo-straße“ geben. Es gibt sie mittlerweile – ebenso wie einen „Aachen-Park“ in Ningbo.

Aachen hat Herbert Prömper viel zu verdanken. Er hinterlässt seine Ehefrau Sigrid und vier Töchter mit ihren Familien. Die Exequien für Herbert Prömper werden am kommenden Donnerstag, 31. August, um 10.30 Uhr in den Brander Pfarrkirche St. Donatus gehalten. Die Beerdigung schließt sich um 12 Uhr auf dem Aachener Waldfriedhof an.

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