Aachen - Brücke an der Weberstraße wird nachts abgerissen

Brücke an der Weberstraße wird nachts abgerissen

Von: Thorsten Karbach
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In die Jahre gekommen: Die BrÀ
In die Jahre gekommen: Die Brücke Weberstraße muss abgerissen und neu gebaut werden. Und das nachts, denn die Bahn wird tagsüber ihre Gleise nicht sperren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Schlaflose Nächte hat die Brücke, die die Weberstraße über die Bahnschienen führt, schon den städtischen Planern beschert. Schlaflose Nächte wird sie bald schon den Nachbarn - darunter das Luisenhospital mit seinen 348 Betten - bescheren. Denn die marode Brücke muss abgerissen und dann neu aufgebaut werden.

Und weil dies nicht bei rollendem Bahnverkehr in Angriff genommen werden kann, gibt die Deutsche Bahn vor, wann sie ihre Gleise für den Schienenverkehr zwecks städtischer Bauarbeiten sperrt. Und das wird, wie Gisela Weiß erklärt, vornehmlich nachts und auch dann maximal vier Stunden am Stück geschehen. Inklusive der lauten Abrissarbeiten.

Weiß arbeitet beim Aachener Stadtbetrieb, sie ist so etwas wie die städtische Brückenbauerin. Sie weiß, dass die Nachtbaustelle den Nachbarn schwer zu vermitteln ist. „Aber die Bahn sitzt am längeren Hebel”, sagt sie. Im Falle einer Komplettsperrung der Bahnlinie während der Bauarbeiten müsste die Stadt den sogenannten Schienenersatzverkehr, spricht Busse, finanzieren. Und die Bauzeit wird -egal ob tags oder nachts - vorsichtig auf rund ein Jahr geschätzt, eher noch auf zwei, drei Monate mehr. „Das wäre für die Stadt Aachen nicht finanzierbar. Dafür könnten wir nicht einmal eine zweite CHIO-Brücke bauen”, erklärt Weiß. Die kostet rund zwei Millionen Euro. Nun werden die Kosten bei genannter Bauzeit mit rund 850.000 Euro (ohne Planungskosten) veranschlagt.

Gebaut werden soll möglichst leise, so fern dies bei Abrissarbeiten möglich ist. Das wird beispielsweise im Luisenhospital gerne gehört. „Was die Lärmemissionen betrifft, so sind wir mit der Stadt im Gespräch, dass beim Abriss besondere Rücksicht auf die Situation hier genommen wird und technische Verfahren mit geringen Schallemissionen genutzt werden”, erklärt Verwaltungsleiter Marco Plum. „Das Luisenhospital ist aber gut gerüstet, die Fenster sind bei der kürzlich erfolgten Sanierung mit einem hohen Schallschutz ausgestattet, so dass wir davon ausgehen, dass es zu keiner spürbaren Belastung für die Patienten kommen wird.” Das nächtliche Bauen ist für Weiß aber alternativlos. 2013, spätestens 2014 soll begonnen werden. „Wir sind bei der Bahn schon vorstellig geworden. Man sagte uns zwar, dass wir für 2013 spät dran sind, die Signale der Bahn sind aber nicht schlecht”, erklärt die Expertin. Die Zeit drängt aber auch. „Wir müssen in den nächsten fünf Jahren dringend erneuern.”

Warum, wird am Mittwoch in der Bezirksvertretung Mitte (17 Uhr, Rathaus) erläutert. Die Brücke ist, so Weiß, noch ein Vorkriegsmodell, auf das nach dem Krieg ein neuer Rahmen gesetzt wurde. Dort sind Träger des Überbaus korrodiert, wichtige Lager gerostet, andere lose. „Die Brücke wird nicht in den nächsten Wochen zusammenbrechen, aber eine Sanierung kommt wirtschaftlich nicht mehr in Frage. Wenn wir sanieren könnten, würden wir sanieren”, sagt sie.

Funktionales Bauwerk

Die neue Brücke Weberstraße wird 16 Meter lang und von Geländer zu Geländer 11,5 Meter breit. Ein Schmuckstück wird sie gewiss nicht, ein „rein technisches Bauwerk” wird geplant, funktional soll die neue Brücke sein, mehr nicht. „Sie kann ohnehin nur der Lokführer sehen”, sagt Gisela Weiß.

Die Weberstraße wird während der Bauarbeiten komplett gesperrt, eine vorübergehende Fußgängerbrücke montiert. Eine andere Möglichkeit gibt es laut Stadt nicht. Die Auswirkungen werden als gering eingestuft. Zumindest für das Luisenhospital. „Weder Patienten noch Besucher werden von der Baumaßnahme beeinträchtigt. Auch auf die Rettungsfahrzeuge hat dieses keine Auswirkungen, diese fahren das Krankenhaus schon jetzt ausschließlich über den Boxgraben an”, erklärt Plum

Andernorts in der Stadt stehen ebenso Brücken im Blickfeld - mit weit weniger Folgen für die Nachbarschaft. Die nächste Brücke, die saniert werden muss, verbindet die beiden Seiten des Friedhofs Hüls.
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