Bronzebüste geklaut: Langfinger krallen sich auch Kennedy

Von: os
Letzte Aktualisierung:
11707643.jpg
Verschwundener Namensgeber: Die Bronzebüste des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy im Kennedypark ist gestohlen worden. Knapp 50 Jahre zuvor, am 17. September 1966, war sie bei der Eröffnung des Parks von Oberbürgermeister Hermann Heusch, Oberstadtdirektor Dr. Anton Kurze und US-Generalkonsul Edmond H. Kellogg enthüllt worden. Foto: Michael Jaspers, Stadtbildstelle Aachen
11707649.jpg
Verhüllter Tatort: Die Stele, auf der Kennedys Kopf befestigt war, ist mit Holzbrettern verschalt worden. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Nach Attacken auf die Sitzende in Burtscheid und die Marktfrau am Lousberg hat es in Aachen jetzt auch einen früheren US-Präsidenten erwischt: Die Büste von John F. Kennedy im Kennedypark ist gestohlen worden.

Vermutlich krallten sich die Langfinger den Bronzekopf in der Nacht von Fettdonnerstag auf Freitag. Am Freitagmorgen jedenfalls vermisste eine Passantin die Skulptur und meldete den Diebstahl der Polizei. Die erschien gegen Mittag vor Ort und nahm den Sachverhalt auf, wie Polizeisprecher Paul Kemen auf AZ-Anfrage bestätigte. Auf welche Art und Weise der Präsidentenkopf, der auf einer Stele befestigt war, abmontiert und abtransportiert worden ist, darüber hat die Polizei noch keine gesicherten Erkenntnisse. „Es haben sich keinerlei Zeugen gemeldet“, erklärte Kemen.

Auch wie schwer und wie wertvoll die Bronzeskulptur des Aachener Bildhauers Hubert Löneke ist, die am 17. September 1966 bei der Eröffnung des Kennedyparks enthüllt worden war, blieb am Freitag unklar. Bei der Stadtverwaltung waren dazu keine näheren Angaben zu erhalten. Der Tatort allerdings wurde flugs verhüllt. Schon am Freitagnachmittag war die leere Stele mit mehr als zwei Meter hohen Holzbrettern verschalt.

Kennedys Kopf ist binnen kurzer Zeit die dritte Bronzefigur, die in Aachen Metalldieben zum Opfer gefallen ist. Zunächst erwischte es Mitte November vorigen Jahres die Marktfrau auf dem Lousberg. Allerdings wurden die Täter offenbar bei der Tat gestört. Denn als die Polizei vor Ort eintraf, lag die Marktfrau noch leicht lädiert am Boden. Die Skulptur war zwar abgebrochen, aber nicht abtransportiert worden. Die Reparatur des Schadens und die neue Befestigung kosteten rund 6000 Euro.

Spurlos verschwand dagegen kurz darauf – vermutlich in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember – die „Sitzende“ aus dem Burtscheider Kurgarten. Die Skulptur der Künstlerin Heide Dobberkau, die seit 1962 in Aachen ihren Platz gefunden hatte, ist zwar bislang nicht wieder aufgetaucht. Aber auf Initiative der „Burtscheider Heimatfreunde“ werden Spenden gesammelt, um Ersatz zu beschaffen. Denn die „Sitzende“ hat in Bergisch-Gladbach, der Heimat der Künstlerin, eine Zwillingsschwester, die man kaufen will. Solch eine Hoffnung gibt es im aktuellen Fall nicht. Jedenfalls ist nichts darüber bekannt, dass der 2011 gestorbene Hubert Löneke ein Kennedy-Double geschaffen hat.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert