Brasilien trägt viele Farben: Kunstausstellung in der Nadelfabrik

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
10612308.jpg
Sie bringen den Aachenern die Farben Brasiliens nahe: Die Künstlerinnen und Künstler Vera Renschhausen, Denis Cavalcante, Antonia Dmitruk Fealizaded und Lúcia Hinz stellen ihre Arbeiten bis zum 15. August in der Nadelfabrik aus.

Aachen. Wie sind die Farben Brasiliens? Fragt man die vier Künstlerinnen und Künstler, die unter dem Thema „Die Farben Brasiliens“ in der Nadelfabrik derzeit ihre Bilder präsentieren, so fallen die Antworten doch recht unterschiedlich aus. Von kunterbunt und lebensfroh bis dunkel und schattig ist jede Farbe vertreten.

Iva Engels vom brasilianischen Honorarkonsulat in der Nadelfabrik hat die Ausstellung mit organisiert und freut sich, dass die Besucher einen Einblick in das Leben dieses Landes erhalten: „Wenn man an Brasilien denkt, dann denkt man an Fröhlichkeit und an viel Temperament. Unsere Künstler thematisieren alle eine eigene Sichtweise auf ihr Land. Es ist das erste Mal, dass die vier Maler hier in Deutschland gemeinsam ausstellen.“

Vera Renschhausen, Antonia Dmitruk Fealizaded, Lúcia Hinz und Denis Cavalcante sind die Vier, die Brasilien Farben geben. Während Renschhausen in ihren Werken die Natur aufgreift und in geometrisch-fließender Vielfalt das Wetter in all seinen Facetten darstellt, begibt sich Antonia Fealizaded auf die Suche nach Fußgängerböden.

Was sich seltsam anhört, sieht auf der Leinwand wie ein buntes Muster aus. „Ich habe in meinen Bildern immer ein Stück von einem Fußgängerweg in verschiedenen Städten Brasiliens eingearbeitet. Sao Paulo oder Jamaika haben unterschiedlich gemusterter Fußgängerwege, welche ich in mein Bild integriere“, erzählt die Künstlerin.

Der einzige Mann im Bunde, Denis Cavalcante, mag das strukturierte Brasilien. Der Architekt zeigt klare Linien, die trotz oder gerade wegen ihrer Farbenvielfalt geordnet wirken.

Lúcia Hinz fällt mit ihren Bildern etwas aus dem Rahmen. Denn statt einer bunten Farbenwelt sieht man schattige und dunkle Gesichter sowie Figuren, die nichts von dem viel zitierten Temperament Brasiliens haben.

„Meine Bilder zeigen den Blick über die Grenze. Es sind Gesichter und Geschichten, die man nicht zeigt. Trauer, Trostlosigkeit und natürlich auch Armut gehören ebenso zu Brasilien wie das feurige Temperament. Der Unterschied zu den anderen Bildern ist der, dass man die dunkle Seite einfach nicht gerne zeigt. Dabei ist es doch völlig normal, dass ein Land wie Brasilien nicht nur aus Fröhlichkeit und Samba-tanzenden Menschen besteht. Meine schwarz-weiß Serie habe ich extra für diese Ausstellung gemacht“, erzählt die Künstlerin Lúcia Hinz.

Und gerade weil die vier Künstler Brasilien jeweils ganz unterschiedliche Farben gegeben haben, so machen sie gemeinsam deutlich, dass es eben genau darum geht: um die Vielfalt, die in Brasilien herrscht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert