Brandstiftung? Niersteiner Hof im Visier

Von: Robert Esser
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Das ausgebrannte Gebäude mit Löschschaum: Hier wurden unter anderem ein Traktor, Heizöl und Dieselkraftstoff gelagert. Foto: M. Ratajczak

Aachen. Ob das Feuer, das am Donnerstageinen Schaden von mindestens 30.000 Euro auf dem denkmalgeschützten Niersteiner Hof in Laurensberg verursacht hat, durch Brandstiftung ausgelöst wurde, untersucht jetzt die Kriminalpolizei.

Die Eigentümer des Hofs aus dem 16. Jahrhundert, die dort unter anderem Geschäftsräume für ihre Abwasserfirma Arei einrichten wollten, liegen seit Jahren mit den Behörden im Clinch. Man streitet verbissen um Art und Ausmaß der Sanierung des Objekts - wobei Bauordnungsamt und Denkmalschutz dem Eigentümer immer wieder Grenzen aufzeigten. Bis dem der Kragen platzte: Vor zwölf Jahren riss der Immobilienbesitzer eigenmächtig große Teile des historischen Gebäudes mit einem Bagger ein - was ihn 90.000 Euro Bußgeld kostete.

2002 brennt der Dachstuhl

Gebrannt hat es auf dem Niersteiner Hof auch schon früher. Im Jahr 2002 kämpften über 80 Feuerwehrleute gegen ein Großfeuer im Dachstuhl des markanten Vetschauer Gehöfts. Auf mehrere hunderttausend Euro schätzte die Polizei damals den Schaden. Auch damals ermittelte die Polizei, weil der Verdacht der Brandstiftung im Raum stand. Ein mutmaßlicher Täter konnte allerdings nicht überführt werden.

Am Donnerstag ging der Feueralarm kurz nach 11 Uhr in der städteregionalen Leitstelle der Feuerwehr ein. Zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr und ein Zug der Freiwilligen Feuerwehr Laurensberg rasten zum Einsatzort an der Laurensberger Straße. Ein frei stehendes Wirtschaftsgebäude in unmittelbarer Nähe des denkmalgeschützten Hauptflügels stand in Flammen. Diese wurden durch brennenden Kraftstoff genährt, wie die Feuerwehr später berichtete. „Dort lagerten unter anderem 3000 Liter Dieselkraftstoff und Heizöl”, erklärte Einsatzleiter Erwin Lausberg. „Nur durch den Einsatz von zwei C-Rohren konnte die Brandausbreitung auf das benachbarte Wohngebäude und die Stallungen verhindert werden”, sagte er. Schon 2002 konnten rund 90 Rinder, die in den Stallungen des brennenden Hofes standen, erst in letzter Minute vor dem Feuertod gerettet werden.

Umweltamt eingeschaltet

Donnerstag ging es glimpflich aus, niemand erlitt Verletzungen: Der Dieselkraftstoff wurde mit Schaum abgelöscht, die Stawag unterbrach die Stromversorgung zum Gebäudekomplex. Nachdem die 40 Einsatzkräfte den Brand gelöscht hatten, nahmen Experten der Wasserschutzbehörde des Umweltamtes ihre Arbeit auf. „Vorsichtshalber wurden die Oberflächenwasserkanäle abgesaugt und der Zulauf eines Fischteiches an der Grünen-thaler Straße durch eine Ölsperre geschützt”, teilte Lausberg mit.

Damit dürften sich die Sanierungsarbeiten auf dem Niersteiner Hof weiter in die Länge ziehen. Seit der Jahrtausendwende laufen die Baumaßnahmen - und kommen seither immer wieder ins Stocken.
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