Aachen - Brandstifter von der Uniklinik muss in die Psychiatrie

Brandstifter von der Uniklinik muss in die Psychiatrie

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der 58-jährige Elektriker Michael W. hat die Tat im Aachener Klinikum im Zustand völliger Schuldunfähigkeit begangen. Das entschied am Montag die fünfte Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme und ordnete an, W. in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen.

Der Mann, der seit Jahren als Handwerker im Klinikum arbeitete, zur Tatzeit jedoch als Patient auf einer Station der Klinik lag, war beschuldigt worden, im Sommer seinen Spind in einem Gebäude angezündet und durch den daraus entstehenden Brand einen Millionenschaden verursacht zu haben.

Das war am 23. Juli. Am 24. Juli hatte W., der sich kurz vor der Tat oft über das Krankenhaus beschwert und über immer neue angebliche Unzulänglichkeiten geschimpft hatte, noch einen weiteren Brand im Flur des 10. Stockwerkes verursacht. Damit das Feuer nicht auffiel, schraubt er sogar einen Brandmelder ab. Dabei hinterließ er auf dem Stuhl, den er brauchte, um den Brandmelder zu erreichen, eine Spur. Diese wurde sichergestellt und vermessen und führte schließlich zu der Station, auf der Michael W. lag. Dort war er bereits, wie einer der Sicherheitsbeauftragen berichtet hatte, durch wiederholtes überlautes Musikabspielen auffällig geworden.

Krankheit lange bekannt

W. hatte sich Tage vorher selbst einweisen lassen, bereits in der Personalabteilung vorgesprochen und um Hilfe gebeten. So müsse er eine neue Wohnung haben, sagte er den Mitarbeitern, doch dafür waren die nicht zuständig. Auch die psychiatrische Gutachterin Annette Rauch hatte bei dem 58-Jährigen eine lange Vorgeschichte seiner Erkrankung festgestellt. Das war der Klinik offenbar nicht bekannt und spitzte sich im Sommer zu. Rauch berichtete über manisch-depressive Schübe des Beschuldigten, sprach von einer „ausgeprägte Wahndynamik“.

W. hatte sich offenbar immer wieder darüber beklagt, dass ihn seine Arbeit in der Klinik krank gemacht habe. Am Tattag besorgte er sich von einem nichtsahnenden Kollegen die Zugangskarte zu den Spinden. Er habe seine vergessen, hatte er den Kollegen getäuscht. Daraufhin legte er in dem Personalumkleideraum in seinem eigenen Spind ein Feuer, und zerstörte damit den kompletten Raum in dem Klinik-Nebengebäude am Steinbergweg.

Rauchschäden und die Notwendigkeit, neue Versorgungsleitungen von dem Gebäude zum Klinikum zu legen, trieben die Wiederherstellungskosten in die Höhe. Die Reparaturen dauern noch an.

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