Aachen - Branderhof als Prototyp für eine neue Wohnform

Branderhof als Prototyp für eine neue Wohnform

Von: Valerie Barsig
Letzte Aktualisierung:
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Ein Idyll mit Potenzial für gemeinschaftliches Wohnen: Die Grünen wollen an Gut Branderhof mit seinen umgebenden Gebäuden ein neues Konzept umsetzen.

Aachen. Als ein „Juwel“ bezeichnet Tina Hörmann von den Aachener Grünen das alte Gut Branderhof in Burtscheid. Die Sprecherin der Grünen Fraktion im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss der Stadt hat einen ganz speziellen Plan im Sinn für das teilweise denkmalgeschützte Gemäuer. „Seit dem Auszug des Reitvereins steht das Gut leer. Nun will die Stadt das Gut und die umliegenden Wiesen verkaufen“, berichtet Hörmann.

Ein Teil der rund 11.700 Quadratmeter Land soll als Bauland genutzt werden, für das Gut haben nun die Grünen einen Ratsantrag gestellt, über den bald entschieden werden soll. „Wir möchten, dass die Hofanlage an Baugruppen ausgeschrieben wird“, sagt Hörmann.

Beispiele für solch eine alternative Wohnform gibt es bereits in Städten wie Berlin, Köln oder Hamburg. „Für Aachen wäre es das erste Mal, dass das geschieht.“ Baugruppen sind Zusammenschlüsse privater Baufamilien oder Gruppen, die gemeinschaftlich ein Grundstück erwerben und es dann zu eigenen Zwecken umbauen, um dort später zu wohnen.

Beispiele sind Mehrgenerationenhäuser aber auch integrative Wohngemeinschaften. „Jeder der Bewohner hat Anteile am Grundstück, es gibt aber auch einen großen Gemeinschaftsanteil“, erklärt Hörmann.

Plan sei, zunächst vom Gutachterausschuss einen Grundstückswert festlegen zu lassen und dann Kriterien zu erarbeiten, nach denen es vergeben wird. Es gehe nicht darum, an den Meistbietenden zu verkaufen.

„Vergabekriterien wären zum Beispiel das energetische Konzept oder soziale Maßstäbe“, überlegt die Grünen- Sprecherin. Wird die Nachbarschaft einbezogen, gibt es Möglichkeiten, auf dem Gut Kinder zu beaufsichtigen – vorstellen könne man sich da vieles.

Sechs Wohneinheiten würden auf das Gut passen, Hörmann rechnet mit einer großen Nachfrage nach dem Grundstück. Zwei Scheunen und zwei weitere Gebäude gilt es mit Leben zu füllen. Den Denkmalschutz sieht sie nicht als Hindernis: „Steuerlich kann man bei einem Umbau von den Auflagen profitieren. Und dass das besondere Ensemble des Hofes erhalten bleibt, das finde ich richtig und wichtig.“

Über den Antrag entschieden wird in einer der nächsten Ratssitzungen, Hörmann hofft auf Unterstützung der anderen Fraktionen. „Neue Wohnformen in Aachen zu fördern, das ist unser Anliegen“, sagt sie.

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