Brand - Brander Markt: Der Stier freut sich übers Facelifting

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Brander Markt: Der Stier freut sich übers Facelifting

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Das Wahrzeichen feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag: Dem Brander Stier dürfte ebenso wie den Bürgern des Stadtteils gefallen, was derzeit im Zentrum von Brand passiert. Nach anfänglicher Kritik wird mittlerweile in sprichwörtlichen Konturen bereits deutlich, dass der sanierte Marktplatz ein wahres Schmuckstück für den 18 000-Einwohner-Stadtteil werden kann. Foto: Michael Jaspers

Brand. Der Brander Stier hat bereits einige Jährchen auf seinem wuchtigen Buckel. 40, um genau zu sein. Doch während das Wahrzeichen des Stadtteils im Aachener Süden auch im runden Skulpturenalter noch vital die Besucher begrüßt, hat sein Umfeld dringend ein Facelifting gebraucht.

Die Sanierung der Brander Mitte läuft bereits seit vergangenem Jahr, seit gut zwei Monaten buddeln sich die Bagger durch den Marktplatz.

Die beste Nachricht der Verwaltung: Alles liegt im Zeitplan. Das 2,2-Millionen-Euro-Projekt soll wie geplant Mitte Dezember 2016 komplett abgeschlossen sein. Trotzdem ruhen in wenigen Tagen erst einmal die Schaufeln.

Durchfahrt ab Montag möglich

Denn die Baufirma startet Anfang August ihre zweiwöchigen Betriebsferien, teilte Regina Poth, Abteilungsleiterin des städtischen Fachbereichs Straßenplanung und -bau, am Donnerstag mit. „Auch Bauarbeiter haben schließlich Familien mit Kindern und ein Recht auf Urlaub“, bittet Poth um Verständnis für das kurze Sommerbauloch. Auf den generellen Ablauf habe diese von vornherein einkalkulierte Pause keinerlei Einfluss.

Und gewissermaßen als Bonbon packte Poth die gute Nachricht für alle Autofahrer aus, dass ab kommendem Montag, 1. August, die Durchfahrt von der Trierer Straße kommend entlang des Marktplatzes Richtung Marktstraße wieder möglich sei – auch für die Aseag-Linien, die dort verkehren. Die oberste Asphaltdecke werde dann in den Herbstferien im Zeitraum 10. bis 21. Oktober aufgetragen, führte Projektleiter Robert Müllem vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen aus.

Darüber hinaus nimmt eines der größten aktuell laufenden städtischen Sanierungsprojekte im wahren Wortsinn langsam Konturen an. Denn auf 600 der insgesamt 1200 Quadratmeter Randbereich des Brander Marktplatzes sind bereits neue Platten verlegt. 9000 Kubikmeter Erde, Sand und Stein sind mittlerweile bewegt worden.

Die große, etwa 3000 Quadratmeter zählende Platzfläche wird direkt nach den Betriebsferien Mitte August angepackt, so dass inklusive des 600 Quadratmeter großen „Gastro-Bands“ entlang der Geschäfte bis zum 16. Dezember 2016 jeder Stein an seinem Platz liegt und sämtliche Arbeiten im Umfeld abgeschlossen sein sollen.

Der Ärger um die Parkplätze

Und so ziehen Poth, Müllem und der Brander Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders nach den ersten zwei Monaten Bauzeit eine durchweg positive Zwischenbilanz. „Nach Anlaufschwierigkeiten im Mai wegen fehlender Baumateriallieferungen liegen wir mittlerweile sehr gut im Zeitplan“, sagte Poth am Donnerstag zufrieden im Schatten des Brander Stiers.

Sanders freut sich vor allem über die durchweg gute Stimmung, die in der Brander Bürgerschaft inzwischen herrsche, was die Umgestaltung ihres Marktplatzes angeht. Das war nicht immer so. Der erste Aufschrei ging durch den 18.000-Einwohner-Stadtteil, als bekannt wurde, dass im Rahmen der Sanierung zahlreiche Parkplätze auf dem Markt wegfallen würden. Dem ist zwar konkret vor Ort weiterhin so, aber ein neues Parkplatzkonzept wird parallel für den gesamten Bereich in Brand erstellt.

Außerdem, darauf wies Poth am Donnerstag noch einmal hin, sei der Brander Markt nie als Parkplatz geplant gewesen. Man habe ihn lediglich im Zuge des Umbaus der Trierer Straße vor einigen Jahren zunächst als Ausweichparkfläche ausgewiesen und das Parken anschließend – bis zum Beginn der Sanierung – geduldet.

Ebenfalls für Aufregung sorgte das Kreischen der Motorsägen – vor allem, als es der von vielen geliebten Eschenallee direkt neben dem Markt gewissermaßen an die Stämme ging. Die Fällungen seien in vielen Fällen notwendig gewesen, da zahlreiche Bäume in keinem guten Zustand mehr gewesen seien, erklärt Robert Müllem. Daher habe man sich entschieden, die Allee und einige weitere Bäume komplett neu zu pflanzen.

Die Ökobilanz sieht in jedem Fall ganz gut aus: Insgesamt 48 gefällten Bäumen (elf auf dem Markt, 37 in den Freianlagen) stehen 66 neue Bäume gegenüber (davon 14 auf dem Markt). „Die Eschenallee wird auf jeden Fall wieder eine Eschenallee“, versichert Müllem. „Und es werden keine Bonsai-Bäumchen, sondern entsprechend große Exemplare gepflanzt“, ergänzt Sanders.

Große Feier im Mai 2017

Der Brander Bezirksamtsleiter ist von der Neuordnung des gesamten Areals absolut überzeugt – und wähnt sich längst nicht mehr allein mit seiner Einschätzung. „Die Menschen sehen hier jeden Tag, dass etwas passiert, dass schnell gearbeitet wird. Vor allem sehen sie: Es kommt etwas Gutes auf Brand zu“, freut sich Sanders.

Dazu gehören neben dem Markt, der samt Straßenabschnitt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche schlägt, auch die Freianlagen drum herum mit Wegen, einem komplett neuen Spielplatz und Ruhebereichen, deren Gestaltung 690.000 Euro kostet. Die gesamte Baumaßnahme wird in großen Teilen durch Städtebaufördermittel des Landes NRW unterstützt.

Mittlerweile eine Selbstverständlichkeit: Der komplette Platz wird barrierefrei und daher auch mit taktilen Leitsystemen für Sehbehinderte ausgestattet. Zudem richtet das Reclamebuerau Limburg (RBL) ein öffentliches Toilettenhäuschen im Brander Zentrum ein.

Und wenn alles weiterhin ohne Komplikationen klappt, dürfen sich die Brander und ihr Stier ab dem 16. Dezember über das neue Schmuckstück im Stadtteil freuen. „Dann können wir alle mit einer Tasse Glühwein darauf anstoßen“, blickt Poth voraus. Der Weihnachtsmarkt soll dann noch ein letztes Mal vor St. Donatus stattfinden, bevor er ab 2017 ebenfalls auf den neugestalteten Platz wandert. Die offizielle Eröffnung mit einer großen Feier ist im Mai kommenden Jahres anvisiert.

Und der Brander Stier? Der bleibt an Ort und Stelle mitten auf dem Markt stehen. Auch in seinem 41. Lebensjahr. Von so einer Mammutsanierung lässt sich der Bronzekoloss selbstredend nicht ins sprichwörtliche Bockshorn jagen.

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