Brander freunden sich mit der Zukunft an

Von: Günther Sander
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Der Startschuss an der Marktstraße ist vor gut einer Woche erfolgt: Am Ende soll das Zentrum des Stadtteiles zum Flanieren und Verweilen – wie in der kleinen Animation zu sehen – einladen. Foto: Kurt Bauer
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Bürgerinformation durch Regina Poth: Die Abteilungsleiterin für Straßenbau bei der Stadt sprach vor rund 100 Interessierten.
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So soll der Brander Marktplatz später aussehen.

Brand. Im Schatten von St. Donatus und dem angrenzenden Marktplatz riecht es derzeit förmlich nach Arbeit. Seit gut einer Woche „wird geliefert“, die lang ersehnte Umbaumaßnahme hat begonnen. Den Anfang macht die Neugestaltung der Marktstraße.

Am Mittwochabend fand eine letzte Informationsveranstaltung im Sitzungssaal des Bezirksamtes statt, zu der Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders rund 100 Interessenten begrüßen konnte, die sich von Regina Poth (Abteilungsleiterin für Straßenbau beim städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen) aktuelle Informationen aus erster Hand verschaffen konnten.

Größtes Projekt in diesem Jahr

Es sei das größte Städtebauförderungsprojekt Aachens in diesem Jahr, mit einem Volumen von rund sieben Millionen Euro, so Poth. „Sie haben lange auf den Startschuss gewartet“, erklärte sie, nun wurde mit dem ersten Schritt, Umgestaltung Marktstraße, begonnen. Verständlich, dass sich bei den Anwohnern Ängste und Sorgen breit machten, ob Feuerwehr und Krankenwagen die Marktstraße anfahren können. Dafür sei gesorgt, beruhigte Regina Poth.

Markt, Marktplatz und das Umfeld seien in die Jahre gekommen – daher die „Verschönerungsmaßnahme.“ Schritt eins sei die Umgestaltung der Marktstraße, mit der von der Trierer Straße her begonnen wurde. Der Busverkehr werde umgeleitet, für den weiteren Verkehr seinen Ortskenntnisse gefragt. Nicht verwunderlich, dass in den Nebenstraßen mehr Verkehrsaufkommen wär. „Ihre Grundstücke bleiben aber erreichbar“, versicherte Poth.

Vier Monate Bauzeit seien für die Marktstraße eingeplant worden, der Marktplatz bleibe erst einmal außen vor. Dazu werde im August oder September noch eine Informations- und Diskussionsveranstaltung anberaumt. Wenn alles gut laufe, könnte bereits ab Dezember mit dem Marktplatz ein zweiter Schritt der Umgestaltung in Angriff genommen werden. Fraglich sei jedoch, ob das vor Weihnachten Sinn mache.

Verwundert zeigte sich die Fachfrau bei den Fragen aus der Bevölkerung, sie verwies darauf, dass häufig dieses Thema vorgestellt und besprochen worden sei, zudem von Bezirksvertretung und Rat der Stadt „so beschlossen“ wurde. Der Prozess laufe seit längerer Zeit. „Wenn Sie aber bei den Veranstaltungen nicht zugegen waren, dazu kann ich nichts sagen. Es gibt jedenfalls einen einstimmigen Beschluss.“ Im September könne man noch einmal gemeinsam zum Thema Marktplatz darüber diskutieren, ob drei Bäume rauf oder vier Parkplätze runter möglich seien.

Seitens der angrenzenden Marktschule wurde angeregt, für eine gute Absicherung der Baustelle zu sorgen, denn die würde sich im Verlaufe eines Tages „mehrmals verändern“, so die Schulleitung. Der ausgewiesene Kritiker Werner Grief nutzte die Gunst der Stunde, sein Lieblingsthema alter Friedhof auszugraben und ausführlich in Richtung Verwaltung darzustellen. Der Umgestaltungsgegner möchte, dass die Würde der Brander Mitte gewahrt bleibe, schließlich gäbe es ein Recht auf eine würdevolle Ruhe. Selbst Bezirksamtsleiter Sanders als Moderator des Abends hatte es schwer, den Beschwerdeführer zu bremsen. Gefällte Bäume waren Grief ein Dorn im Auge, ein Schandfleck der Maßnahme sei der Bau einer großen Sporthalle, die „grüne Lunge“ Brands dürfe nicht durch Beton verunstaltet werden.

Seine Beschwerden fanden im Rund der 100 Interessenten wenig Verständnis, eher Kopfschütteln. Regina Poth riet ihrerseits allen Brandern, jeden Donnerstag sei Gelegenheit geboten, im Baubüro Anregungen und Beschwerden vorzubringen.

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