Aachen - Botschaft von Befreiung und Gerechtigkeit ist das Motto

Botschaft von Befreiung und Gerechtigkeit ist das Motto

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Zeit des Totengedenkens, zugleich der Lichterfeste beginnt. Genau da hinein platziert der Kantor der Aachener Annakirche, Georg Hage, in diesem Jahr die 41. Aachener Bachtage mit dem Motto „Offenbarungen“.

Dieser Titel bezieht sich ganz direkt auf die beiden Chorkonzerte am 9. und 23. November, in denen zwei Vertonungen der Offenbarung des Johannes zu hören sein werden. Auf übertragene Weise verrät der Titel aber auch, was den Zuhörer in den anderen drei Konzerten erwartet, wie Hage sagte: „Offenbarung bedeutet etwas zum Vorschein bringen. Bei der Zusammenstellung des Programms der Bachtage habe ich Bach-Werke ausgewählt, die neu beleuchtet werden.“

Allen voran ist hier das Eröffnungskonzert am 1. November in der Annakirche mit dem Titel „Morimur: Geheime Sprache – Verborgener Gesang“ zu nennen. Gottfried von der Goltz – Gründer des Freiburger Barockorchesters und derzeit einer der führenden Barockviolinisten – spielt die Partita d-Moll für Solo-Violine von Bach. „In diesem Werk hat Bach seine Trauer über den plötzlichen Tod seiner ersten Frau verarbeitet. Zahlreiche Choralzitate sind darin kunstvoll eingeflochten“, erklärte Hage. Ein vierstimmiges Vokalensemble bringt diese zu Tage.

Auch wenn Bachs „Kunst der Fuge“ vielen Menschen bekannt ist, das Orgelkonzert bei Kerzenschein am 16. November mit Heinrich Walther, Organist der Kirche St. Matthieu in Colmar, soll auch ihnen einen ganz neuen Eindruck verschaffen. „Die Kunst der Fuge ist ohne instrumentale Zuordnung komponiert. Deshalb nähert sich jeder Musiker, jedes Ensemble auf seine ganz eigene Weise“, meinte Hage. Besonders die Umsetzung auf der Orgel erfordere großes Geschick.

Beim Jazzkonzert einen Tag vorher nähert sich das „Blue Note Bach“-Ensemble dem großen Barockmeister auf seine ganz eigene Weise.

Eine Offenbarung der besonderen Art bieten die beiden Chorkonzerte. „Wir bringen sowohl mit Telemanns ‚Der Tag des Gerichts‘ die früheste Vertonung als auch mit ‚Das Buch mit sieben Siegeln‘ von Franz Schmidt die – wie ich finde – wegweisendste“, freut sich Hage besonders auf die Konzerte, an denen er selbst am Pult stehen wird.

Der Oratorienchor des Aachener Bachvereins steht, wie auch Hage weiß, vor einer immensen Herausforderung, wenn er am 23. November Schmidts „Das Buch mit sieben Siegeln“ als Aachener Erstaufführung auf die Bühne bringt. 1938 komponiert, kommt diesem Oratorium angesichts des Weltgeschehens eine ungeahnte Aktualität zu. „Die Botschaft der Offenbarung ist aber die Hoffnung auf Befreiung und Gerechtigkeit. Das gipfelt bei Schmidt in einen – tatsächlich an die Stimmgrenzen gehenden – Lobgesang.

Nicht der Weltuntergang ist das Ziel, sondern was danach kommt“, versprach Hage ein tröstliches Ende.

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