Aachen - Boten eines Friedensprojektes

Boten eines Friedensprojektes

Von: jm
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Einer der Preisträger: Jerzy Buzek (rechts) im Gespräch mit Integrationsminister Armin Laschet und OB Marcel Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das Thema war die Völkerverständigung, das Publikum entsprechend international. Einen vermisste man im Krönungssaal deswegen besonders: einen Dolmetscher. Denn die Hauptperson des Abends, Professor Jerzy Buzek, hielt seine Rede auf polnisch.

Der Präsident des europäischen Parlaments wurde vom Polnischen Kongress mit dem Polonicus-Ehrenpreis gewürdigt. Der Kongress ist ein Dachverband von in Deutschland organisierten Polen.

Der Preis wird vergeben an Menschen, die sich für die jenseits ihres Herkunftslandes lebenden Polen, die Polonia, verdient gemacht haben. Dennoch kam die europäische Botschaft auch bei Zuhörern an, die des Polnischen nicht mächtig sind. Und OB Marcel Philipp betonte die Wichtigkeit des „Friedensprojekts Europa von Mensch zu Mensch.”

Stellvertretend für seine Landsleute hielt der Botschafter Dr. Marek Prawda fest: „Wir sind keine Schwarzfahrer in der EU, sondern können zu dieser auch etwas beitragen.” Dies soll auch mit der Vergabe des Polonicus unterstrichen werden, der neben Jerzy Buzek an die Komponistin Professor Zofia Wislocka (in der Kategorie Kultur), Piotr Maloszewski vom Christlichen Zentrum zur Pflege der polnischen Kultur, Tradition und Sprache (Organisationen) sowie an den Politiker und Journalisten Professor Wladyslaw Bartoszewski (Dialog) vergeben wurde. Der heute 88-Jährige überlebte den Aufstand im Warschauer Ghetto, ebenso seine Gefangenschaft in Auschwitz. Dennoch setzte er sich für die deutsch-polnischen Beziehungen ein. „Ich möchte gestehen, dass ich mir manchmal die Frage stelle, ob ein Einzelner das Recht hat, eine Würdigung für etwas entgegenzunehmen, das doch die Leistung vieler ist”, gab Bartoszewski zu bedenken.

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