Bonmots, Esprit und Heiterkeit beim 14. Herbstfest in Heilig Kreuz

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Leddchere övver os Heämetstadt: Vater Ägid Lennartz begleitete seine singende 14-jährige Tochter Laura auf der Bühne der katakomben in der Pontstraße. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Allgemeiner Beliebtheit erfreuen sich alljährlich in den „Katakomben“ die Herbstfeste des Pfarrausschusses von Heilig Kreuz. Und das seit 14 Jahren, nachdem der Kabarettist Wendelin Haverkamp im Jahr 2000 den Krüzzbrür-Orden erhalten hatte und zugleich Ideengeber für amüsante, „tiefsinnige“ Herbstfeste wurde, deren Erlöse stets in den Sozial- und Kulturfonds der Gemeinde fließen.

Das Ihre leisten dabei die Auftretenden, indem sie auf eine Gage verzichten. „Tiefsinnig“ und amüsant ging es auch diesmal wieder zu. Klangvoll und liebenswert eröffnete die 14-jährige Laura Lennartz met Leddchere övver os Heämetstadt das Programm und eroberte damit im Sturm die Herzen der Zuhörer. Auf dem Keyboard begleitete sie ihr Papa Ägid Lennartz und sang auch mal im Duett mit ihr.

Mit dem neckischen Aachen-Song: „Winkens met dr Klenkes, wo immer du ne Öcher triffst“ löste Laura Beifall und Jubel aus und alle wiegten den „Klenkes“ im Takt. Sichtlich gerührt, leitete der „unverbesserliche Romantiker“ Leo Bardenheuer dann als ein souveräner und amüsanter Moderator zur „Vigil des Karlsjahres“ über und avisierte Professor Max Kerner (Krüzzbrür-Orden 2008) mit seinem Vortrag zum Thema: „Sehnsucht nach Karl dem Großen – Vom Nutzen eines toten Herrschers für die Nachwelt“.

Ein gewaltiges Thema und dennoch war nicht Schluss mit lustig. Im Gegenteil. Professor Kerner ist dafür bekannt, dass er Wissensvermittlung zu einem heiteren Vergnügen für seine Zuhörer werden lässt. So auch diesmal. Er weihte die Anwesenden in vier Themen der „Karlsmemoria“ ein: 1.) Aachens Geheimnis um das Grab Karls des Großen, 2.) Aachens „dienstbare Leiche“ – Zur Geschichte von der goldenen Nase“, 3.) Der heilige Karl – Zur Suche nach Karls großer Sünde“ und 4.) in die Frage: Wer ist Karls einzige Tochter? Es waren gerade Kerners Bonmots, die den gespannt Lauschenden dabei immer wieder auf die Sprünge halfen.

Breiten Raum nahm im Vortrag das Geheimnis des noch nicht georteten Grabes von Karl dem Großen ein, für das es vier Lokalisierungstheorien gibt. Es sei nicht zu bezweifeln, dass Karl im Dombereich begraben wurde, als er im Alter von 70 Jahren starb, so Kerner, unter Berufung auf Einhards Beschreibung in der Vita Karoli Magni. Unter anhaltendem Beifall der Zuhörer verpflichtete Bardenheuer den Historiker zu einem weiteren Karlsvortrag im Jahr 2015.

Nach Mundart und Geschichte war nun wieder Musik angezeigt. Diesmal zunächst mit Freddy Matulla am Keyboard, erstmals bei einem Herbstfest als Solist. Mit feinfühligem Spiel und Swinging-Sound begeisterte er mit Glenn Millers „Moonlight Serenade“, Peter Kreuders „Ich brauche keine Millionen“ sowie der Zarah Leander-Melodie: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ sowie dem Hildegard Knef-Song: „Für mich soll’s rote Rosen regnen“.

Nach der Programmpause brillierte Wendelin Haverkamp mit satirischen Seitenhieben auf das aktuelle Zeitgeschehen, analysierte auch den biologischen Aspekt, der das weibliche Gehör von dem des männlichen unterscheidet und protestierte letztlich gegen die „Digitaldeppen“ und die „digitale Verpestung der Welt“. Dazwischen sang Haverkamp, begleitet von Matulla, seine neuesten Lieder und parodierte den Kenef-Song der „roten Rosen“. Nur langsam ebbte der Applaus ab.

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