Aachen - Bombardier: Chef weg, große Sorge um die Jobs

Bombardier: Chef weg, große Sorge um die Jobs

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Noch Kapazitäten frei: Eine Lücke von rund 100.000 Arbeitsstunden klafft in den Auftragsbüchern von Bombardier in Aachen. Außerdem musste der bisherige Chef Frank Iffländer seinen Hut nehmen.

Aachen. Zeitweilig lief es wie am Schnürchen im Aachener Bombardier-Werk (Talbot). Doch in jüngerer Zeit macht in der Belegschaft wieder die Angst um die Jobs die Runde. Das war schon 2007 so, als ein Großauftrag weitgehend an der Jülicher Straße vorbeirollte.

Eine Arbeitsniederlegung nebst Protest am Firmentor war Ausdruck der Sorge. Just zum neuen Jahr ist die Stimmung nun wieder am Tiefpunkt.

Das hat auch eine personelle Ursache. Der bisherige Chef Frank Iffländer musste nämlich seinen Hut nehmen. Seit 1. Januar ist das Werk sozusagen kopflos.

„Das kam für alle überraschend. Und das war ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft. Herr Iffländer war ein sehr guter Kollege”, sagt Betriebsratschef Jan Regterschot.

Gespräche mit der Belegschaft

In der Berliner Bombardier-Zentrale bestätigte am Dienstag Unternehmenssprecher Heiner Spannuth die Abberufung Iffländers. Zu den Gründen mochte er sich indes nicht äußern.

Gesteuert werden die Geschäfte nun kommissarisch von Stephan Krentz, der im Werk Hennigsdorf (Brandenburg) sitzt. Laut Spannuth soll bald ein Nachfolger für Frank Iffländer gesucht werden.

Krentz, so berichtet Jan Regterschot, habe für Ende Januar Gespräche mit der Belegschaft angekündigt. Was wohl nötig ist, denn die Ängste der rund 670 festen Beschäftigten und etwa 150 Leiharbeiter haben noch andere Gründe.

Laut Betriebsrat klafft fürs laufende Jahr eine Auftragslücke, die umgerechnet etwa 100.000 Arbeitsstunden beträgt, während die anderen Werke Hennigsdorf und Görlitz ausgelastet seien.

„Und da reden wir noch nicht davon, wie es 2010 und 2011 aussieht”, ärgert sich Regterschot. Zumal befürchtet wird, dass auch der jüngste Auftragscoup des kanadischen Unternehmens über 800 Doppelstockwaggons für die Deutsche Bahn - Auftragswert 1,5 Milliarden Euro - an Aachen vorbeirauscht.

Schon machen Gerüchte die Runde, die Hälfte der Belegschaft stehe zur Disposition.

Das kann Heiner Spannuth allerdings überhaupt nicht nachvollziehen: „Ich weiß nicht, woher solche Gerüchte kommen. Unsere Werke arbeiten in einem Netzwerk. Wenn die anderen ausgelastet sind und Aachen nicht, dann werden Teile der Produktion verteilt”, so der Unternehmenssprecher.

Das wurde dem Betriebsrat am Dienstag auch einmal mehr mitgeteilt - und Stephan Krentz selber habe sich auch bereits dahin gehend geäußert, wie Jan Regterschot sagt.

Für ihn ist allerdings entscheidend, was am Ende schwarz auf weiß in den Aachener Auftragsbüchern steht. Sein vorläufiges Fazit: „Die Sorge bleibt.”
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