Aachen - Böse Schlägerei endete mit dem Tod eines 24-Jährigen

Böse Schlägerei endete mit dem Tod eines 24-Jährigen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Warum es erst jetzt zum Prozess kommt, wurde am Donnerstag vor dem Aachener Schwurgericht nicht erörtert. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann hat einen Fall zu erörtern, der damals im April des Jahres 2011 für viel Aufsehen und Empörung sorgte.

Gewalt auf der Straße – das war das Thema, das damals einen ersten Höhepunkt hatte und bei dem Tatgeschehen am frühen Morgen des 17. April, einem Sonntag, einen Toten forderte.

Laut Anklage trafen damals gegen 7.30 Uhr am Boxgraben vier Männer in Zweiergruppen aufeinander, die in betrunkenem Zustand aufeinander losgingen. Zwei davon sind die heute wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagten Vitalij H. (27) und Maksim B. (27), Letzterer ist zusätzlich wegen des Todes des damals 24-jährigen Opfers angeklagt.

Die Schlägerei hatte sich laut Anklageschrift beinahe wieder beruhigt, da flammte der Streit nach Provokationen und Pöbeleien mitten auf der Straße erneut auf. Dieses Mal wurde das Opfer so hart ins Gesicht geschlagen, dass es zusammenbrach und zu Boden ging. Selbst dort musste es noch Tritte und Schläge einstecken, es wurde mit dem Notarzt ins Klinikum gebracht. Doch auch sein Kontrahent zog sich Blessuren zu.

Der 24-Jährige verstarb eine Woche später im Krankenhaus. Bei der Obduktion stellten die Mediziner allerdings fest, dass das Opfer unwissentlich an einem sogenannten Aneurysma im Kopf gelitten hatte, das bei der heftigen Gewalteinwirkung platzte und zum Tod führte. So wurde aus der Anklage wegen versuchten Totschlags damals eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge, was erhebliche Auswirkungen auf den möglichen Strafrahmen hat.

Im Prozess am Donnerstag äußerten sich beide Angeklagte zu den Vorfällen am Boxgraben nicht. Für Vitalij H. geht es aber um noch mehr. In einer zweiten Anklageschrift wird ihm vorgeworfen, ebenfalls am Ende einer durchzechten Nacht am 14. April 2013 völlig betrunken auf der Peliserkerstraße zwei Passanten umgefahren zu haben. Einer von ihnen wurde so schwer verletzt, dass er jetzt auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Vitalij H. war damals vor einer Polizeikontrolle geflohen.

H. war schon des Öfteren mit Trunkenheitsfahrten aufgefallen und besaß keinen Führerschein mehr. Die Tat in der Peliserker­straße gab er zu, er wurde dabei ebenfalls verletzt und musste ins Krankenhaus. Die beiden Männer kennen sich seit ihrer Schulzeit und waren öfters gemeinsam unterwegs. Der Prozess wird mit Zeugenvernehmungen am 20. August ab 9 Uhr im Justizzentrum fortgesetzt.

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