Böse Komödie: Wo Elternliebe in offenem Hass endet...

Von: Ricarda Timm
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Lange wird die Harmonie nicht währen: Unter der Regie von Catharina Fillers spielen Eva Horstmann, Christine Mertens, Charles Ripley und Dieter Bach in Yasmina Rezas bissiger Komödie „Der Gott des Gemetzels“ im Grenzlandtheater. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Im Grenzlandtheater geht es zum Start in die neue Saison ab Freitag heiß her. Missverständnisse, unterschwellige Anschuldigungen und ein Konflikt, der unverhofft viele weitere offenlegt. Es geht um die Sicherheit der lieben Kinder, Tulpen und die Kunst des zivilisierten Umgangs.

Zwei Paare, die sich aufgrund eines Streits zwischen ihren Söhnen an die Gurgel gehen: „Der Gott des Gemetzels“ – ein Klassiker aus der Feder der französischen Schriftstellerin Yasmina Reza.

Regisseurin Catharina Fillers erklärt schmunzelnd: „Im Grunde ist es ein Spezialistenstück, denn wenn Eltern aufeinandertreffen, hält sich doch jeder selbst für einen Experten.“ Doch auch für Zuschauer ohne Kinder ist das herrlich amüsant.

Yasmina Reza hat einen speziellen und sehr genauen Blick auf zwischenmenschliche Konflikte und macht es beinahe unangenehm, den beiden Paaren dabei zuzusehen, wie ihr Streit mehr und mehr eskaliert. Doch nur beinahe, denn getragen von schlagfertigen Dialogen setzen Eva Horstmann, Christine Mertens, Charles Ripley und Dieter Bach die Komödie in Szene.

Empathie im Keim erstickt

Es gibt wenige gemeinsame Ansichten oder Spuren von Empathie. Und wenn, dann werden sie durch ein weiteres Ereignis im Keim erstickt. Und plötzlich entwickeln sich viele weitere Konflikte innerhalb der Paare, zwischen den Männern, zwischen den Frauen.

Eine Komödie mit einer Dramaturgie, die ihresgleichen sucht, unterbrochen nur durch ein ständig summendes Handy. Der gleichnamige Film mit hochkarätiger Besetzung – Christoph Waltz, Kate Winslet, John C. Reilly und Jodie Foster – ist zwar bekannt, aber dient nicht als Vorbild für die Produktion, war der Stoff doch ursprünglich als Theaterstück geschrieben worden.

Dieter Bach freut sich entsprechend darauf, das Stück mit den Mitteln des Schauspiels auf der Bühne umzusetzen. Doch auch das Bühnenbild, das gemeinsam mit Manfred Schneider entwickelt wurde, spiegelt die theaterbezogene Herangehensweise wider. Schlicht, symmetrisch und grün, so viel sei schon einmal verraten.

Die spannende Komödie wird zwischen dem 19. August und 20. September jeweils um 20 Uhr (am 20. August und 3. September auch um 16 Uhr) im Grenzlandtheater zu sehen sein. Bis einschließlich 4. Oktober ist das Ensemble auf den Bühnen in der Städteregion und ihrer Umgebung unterwegs.

Genauere Infos erhalten Interessierte auf der Homepage oder unter Telefon 0241/4746111. Tickets gibt es im Kundenservice Medienhaus im Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz (montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr) sowie im Verlagsgebäude an der Dresdener Straße (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 17 Uhr, samstags 9 bis 14 Uhr).

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