Bluttat im Friseursalon: Alle Beteiligten sind verwandt

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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„Das war offenbar wie bei einer wüsten Kneipenschlägerei“: Staatsanwalt Jost Schützeberg.

Aachen. Polizei und Staatsanwaltschaft sind jetzt ein bisschen schlauer. Aber nur ein bisschen. Denn was am Donnerstagmorgen zu der blutigen Auseinandersetzung in einem Friseursalon an der Franzstraße nahe dem Marschiertor führte, ist den Ermittlern nach wie vor ein Rätsel.

Fest steht laut Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass es gegen 9.30 Uhr zugegangen sein muss wie bei einer ausgewachsenen Kneipenschlägerei, die statt in der Kneipe eben im Friseursalon vonstatten ging. Beteiligt waren insgesamt fünf Männer im Alter von 22, 23, 26, 31 und 39 Jahren. Letzterer betreibt den Friseursalon.

Und: Sie alle sind laut Schützeberg miteinander verwandt. „Sie gehören alle einer Familie an“, so der Staatsanwalt. Am Ende waren alle an der Auseinandersetzung beteiligten Männer unterschiedlich schwer verletzt. Der Älteste hatte eine Stichwunde im Bein, der 31-Jährige eine Stichwunde im Oberkörper. Die drei Jüngeren hätten, so Schützeberg, Schnittwunden und Verletzungen davongetragen, „die auf Schläge hindeuten“.

Was darauf schließen lässt, dass die Familienmitglieder zunächst die Fäuste fliegen ließen, bevor auch noch Waffen ins Spiel kamen. Die beiden älteren Männer kamen mit ihren Stichwunden schließlich ins Krankenhaus und blieben dort zur stationären Behandlung.

Völlig unklar ist den Ermittlern jedoch, aus welchem Grund es zu der massiven Auseinandersetzung kam. Und unklar ist auch, wer in welcher Weise beteiligt war, wer angefangen hat und so weiter. Schützeberg: „Einige Beteiligte machen gar keine Aussage. Und die Aussagen der anderen widersprechen sich auch noch gegenseitig.“

Die drei jüngeren Männer waren nach der Auseinandersetzung vorläufig festgenommen worden. Nach ihrer Vernehmung konnten sie schließlich das Präsidium wieder verlassen. Haftbefehl wurde nicht beantragt. Das löste am Donnerstag in sozialen Netzwerken und auch im Kommentarbereich auf unserer Webseite blankes Unverständnis hervor. Die Staatsanwaltschaft musste sich laut Schützeberg gar üble Beschimpfungen anhören.

Dennoch: Aus besagten Gründen habe man keine U-Haft in Betracht ziehen können, wie Schützeberg unterstreicht. Da völlig unklar sei, wer hier der Aggressor war, ob Verletzungen auch durch Notwehr entstanden sind und wer überhaupt was getan hat, gebe es derzeit gar nicht die Möglichkeit, einen Haftbefehl gegen eine oder mehrere Personen zu beantragen.

Die Ermittlungen liefen jedoch auf Hochtouren weiter, so Schützeberg. Sollte sich in deren weiteren Verlauf ein konkreter Tatverdacht gegen den einen oder anderen ergeben, werde man „selbstverständlich auch den Antrag auf Haftbefehl erneut überprüfen“, betonte der Behördensprecher. Ermittelt wird in diesem Fall wegen gefährlicher Körperverletzung.

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