Blut wird knapp an der Uniklinik

Von: Laura Beemelmanns
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Andrea Schroeder, Öffentlichkeitsarbeit Blutspendedienst, versucht mit vielen Aktionen, Spender zu gewinnen. Foto: Laura Beemelmanns

Aachen. An der Uniklinik Aachen herrscht Blutnot. Das wird vor allem dadurch deutlich, dass Spender nicht mehr nur mit den üblichen Postkarten freundlich an ihre Spende erinnert werden, sondern mittlerweile sogar schon telefonisch.

Am Mittwoch haben einige Mitarbeiter des Blutspendedienstes all diejenigen angerufen, die laut System wieder spenden dürfen und vor allem Blutgruppe Null haben. So ein Anruf ist jedoch keineswegs alltäglich. „Dann ist es wirklich dringend“, sagt Andrea Schroeder, Öffentlichkeitsarbeit Blutspendedienst. „Das ist ein Zeichen für Blutknappheit.“

In Zeiten der Sommerferien sei Blutknappheit zwar nichts Außergewöhnliches, doch dieses Mal sei die Situation schwieriger als sonst. Zudem sei die Unfalllast in den Sommerferien höher, da mehr Menschen im Auto unterwegs seien. „Aufgrund von Urlaub und Krankheit konnten leider auch einige Außentermine zur Spende von uns nicht eingehalten werden und wir mussten sie absagen“, sagt Schroeder. Vermutlich könnten diese teilweise erst im Oktober nachgeholt werden.

Hinzu komme, dass die Spender selbst im Urlaub seien oder während der zuletzt sehr heißen Tage gar nicht erst vorbei kämen. Wenn es so weit kommt, müssen Blutkonserven hinzugekauft werden. Auch das sei nicht gänzlich ungewöhnlich, dennoch versuche man in der Regel, das Blut der Aachener auch in Aachen zu lassen.

An der generellen Spendenbereitschaft der Menschen liege es nicht, dass das Blut so knapp sei. „Man muss nur immer wieder daran erinnern. Oft passt die Spende nicht in den Alltag, aber man muss sich in die Situation hineinversetzen, wenn ein Familienmitglied oder man selbst irgendwann einmal Blut braucht“, sagt sie. Denn dann müsse welches da sein. Eine Konserve sei jedoch nur maximal vier Wochen haltbar. Danach könne das Blut nicht mehr verwendet werden.

„Wir brauchen alle Gruppen“

So muss Monat für Monat ein bestimmter Vorrat verschiedener Blutgruppen vor Ort sein. Und Schroeder weiß: „Wir brauchen alle Gruppen.“ Ein großer Vorrat der Gruppe Null negativ sei aber deshalb so wichtig, da diese Gruppe von jeder anderen vertragen wird. Bei einem Unfallpatienten, bei dem keine Zeit bleibt, das Blut zu testen, werde daher bei Bedarf Gruppe Null negativ verwendet.

Um wieder mehr Spender zu motivieren, startet die Uniklinik alle paar Wochen Aufrufe im Internet und den Sozialen Netzwerken. Außerdem gebe es viel mehr Aktionen und kleine Geschenke, um es den Spendern so angenehm wie möglich zu machen. „Wir vergeben nicht nur die üblichen Gutscheine oder Bargeld, sondern momentan auch Gutscheine für eine Kugel Eis beim Eismann vor der Uniklinik“, sagt Schroeder.

Ein weiteres Anliegen sei es, die Qualität für den Spender zu erhöhen. Und es gibt mehr Standorte wie beispielsweise das Marien- und Luisenhospital oder die Couvenhalle der RWTH in der Kármán­straße.

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