Blut geleckt: „Vampires“ brauchen mehr Platz

Von: Martin Brzustowski
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Erfolgreich und ambitioniert: Die „Aachen Vampires“ und ihre Cheerleader gehen mit vielen Zukunftsplänen in die nächste Saison. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die „Aachen Vampires“ haben ihren Saisonabschluss jetzt im Ballsaal des Alten Kurhauses gefeiert. Gründe gab es reichlich. Vielen ist es nicht bewusst – der American Football blickt in der Region auf eine bemerkenswerte Tradition zurück.

Bereits 1990 startete der „1. American Football Club Aachen Demons“ in den Ligabetrieb. Der zunächst im Ludwig-Kuhnen-Stadion ansässige Verein zog 1993 in das Stadion am Hasselholzer Weg. Schlechte Platzverhältnisse und vereinsinterne Umstrukturierungen führten im Jahr 2000 zu einer Verschmelzung der Demons mit den Dürener Bravehearts, woraufhin der in Aachen ansässige Football pausierte. Unter der Führung von Olaf Ulmen wurde im Jahr 2005 der Verein „American Football Club Aachen Vampires“ gegründet, und der Aachener Football-Tradition gelang ein erfolgreiches Comeback.

Heute trainieren und spielen eine Herren- und eine Damenmannschaft sowie drei Jugendmannschaften wieder im Ludwig-Kuhnen-Stadion am Branderhofer Weg. Die jüngsten Erfolge sprechen für sich – bereits 2013 gelang den Herren der Aufstieg in die Regionalliga West. Mittlerweile haben sich die „Vampires“ aus Aachen erfolgreich in der dritten Liga etabliert. Natürlich dürfen nach amerikanischer Tradition auch die Cheerleader nicht fehlen. Die Damen und Mädchen der „WildBats“ (ab 18 Jahre) bzw. „MiniBats“ (6 bis 12 Jahre), unterstützen ihre Mannschaften bereits seit 1990 mit ihrer eigenen Sportart, bestehend aus Tanz, Akrobatik und Turnen. Auch sie konnten in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge erzielen. So gelang es sowohl den „MiniBats“ als auch den „WildBats“, den ersten Platz bei den Eurocheermasters für sich zu entscheiden.

Auch wenn die sportlichen Erfolge kaum zu übersehen sind, liegt der Fokus der Vereinsarbeit auf Entwicklung. „Uns ist es wichtig, für den American Football in Aachen eine gesunde Basis zu schaffen. Deshalb steht die Jugendarbeit im Vordergrund“, betont Gerrit Ervig, 1. Vorsitzender des Vereins. „Ob groß oder klein, jung oder schon ein wenig älter – jeder ist herzlich eingeladen, unser Training unverbindlich zu besuchen.“ Inzwischen zählen die „Aachen Vampires“ bereits 250 aktive Mitglieder – Tendenz steigend.

Dass sich der amerikanische Nationalsport auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut, zeigt sich deutlich am steigenden Interesse an den „Vampires“. „Früher mussten wir unsere Tryouts noch bewerben – heute haben wir so viele Anfragen, dass dies nicht mehr nötig ist“, ergänzt Ervig. Dass rasches Wachstum auch eine Anpassung der Infrastruktur benötigt, stellt die „Vampires“ vor große Aufgaben. Im Winter mangelt es an Trainingsraum, da die städtischen Hallen nur bedingt zur Verfügung stehen. Rund 250 bis 300 Zuschauer besuchen die Heimspiele im Schnitt – bei Spitzenspielen sind es sogar 500. Die Fans beobachten die Spiele von einem Hügel aus. „Regnet es, haben wir auch keine Zuschauer. Wir wünschen uns, die äußerlichen Bedingungen Stück für Stück zu verbessern“, sagt Ervig.

Projekte wie der Bau von Tribünen oder auch eines bislang nicht existierenden Vereinsheims benötigen allerdings neben finanziellen Mitteln auch eine Baugenehmigung. Um der stetig wachsenden American-Football-Begeisterung zukünftig eine adäquate Plattform bieten zu können, hoffen die Verantwortlichen auch auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen und die Unterstützung durch die Sponsoren.

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