„Blue Gate“ parkt wieder in Warteschleife

Von: Oliver Schmetz
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Der Abriss ist vollbracht, der Bau lässt auf sich warten: Weil die nötige Teilbaugenehmigung fehlt, ruhen auf dem „Blue Gate“-Gelände neben dem Hauptbahnhof die Arbeiten. Dafür hat die Apag dort wieder einen Parkplatz eingerichtet. Foto: Michael Jaspers
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Der Abriss ist vollbracht, der Bau lässt auf sich warten: Weil die nötige Teilbaugenehmigung fehlt, ruhen auf dem „Blue Gate“-Gelände neben dem Hauptbahnhof die Arbeiten. Dafür hat die Apag dort wieder einen Parkplatz eingerichtet. Foto: Michael Jaspers
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So soll es werden: Auf dem Grundstück an Zollamtstraße und Burtscheider Brücke sollen ein Hotel, Studenten-appartements sowie Büro- und Einzelhandelsflächen geschaffen werden. Foto: Blue Gate Aachen GmbH

Aachen. Viele Jahre lang dienten die alten Hallen und Freiflächen an der Zollamtstraße gleich neben dem Hauptbahnhof als Parkplatz, bis vor einigen Wochen die Abrissbagger anrückten, um dem Großprojekt „Blue Gate“ den Boden zu bereiten.

Jetzt hat die Aachener Parkhausgesellschaft (Apag) genau dort wieder Gitterzäune, Schranken und Parkscheinautomaten aufgestellt – ein deutliches Zeichen, dass das 70-Millionen-Euro-Vorhaben wieder einmal in einer Warteschleife parkt.

Denn eigentlich hätte es auf dem gut 10.000 Quadratmeter großen Grundstück schon losgehen sollen mit dem Aushub der Baugrube für das Projekt, zu dem ein Hotel mit 160 Zimmern und weitere Gebäude mit 300 Studentenappartements und knapp 12.000 Quadratmeter für Büros, Einzelhandel, Gastronomie und Serviceangebote gehören.

Schließlich hatte „Blue Gate“-Projektleiter Marcus Hientzsch Mitte November einen sportlichen Zeitplan verkündet, nach dem „Blue Gate“ in der Vorweihnachtszeit 2018 alle seine Tore geöffnet haben sollte. Und speziell die Studentenbuden sollten bereits Ende September 2018 bezugsfertig sein – „pünktlich zum Beginn des Wintersemesters“, wie Hientzsch vor dreieinhalb Monaten sagte.

Viele Verzögerungen

Seinerzeit gaben die Projektverantwortlichen und die Stadt gemeinsam den Startschuss für ein Vorhaben, das einen jahrelangen Planungsprozess voller Verzögerungen, Kritik und Nachbesserungen hinter sich hatte. Doch gleich nach dem Abriss stockt es nun wieder. „Wir haben noch keine Teilbaugenehmigung für den Aushub und den Verbau“, sagt Hientzsch auf AZ-Anfrage. Es handele sich nun einmal um ein „komplexes Bauvorhaben, in das viele Leute involviert“ seien.

Dass die Apag den teuren Baugrund nun wieder als Parkplatz nutzt, sei allerdings kein Indiz dafür, dass „Blue Gate“ lange auf Eis liege, betont der Projektleiter. Die Parkhausgesellschaft sei „relativ flexibel“, sagt er, und könne die Parkflächen schnell einrichten und wieder abbauen. Das bestätigt auch Apag-Sprecher Paul Heesel, der aber nicht mitteilen will, wie lange man nun wieder direkt neben dem Hauptbahnhof parken kann:

„Das haben wir mit dem Vermieter so vereinbart.“ Für diesen sagt Hientzsch, dass er Ende März, Anfang April mit der Teilbaugenehmigung rechne. Bei der Stadt wiederum, die diese Genehmigung erteilen muss, hält man sich mit Prognosen zurück. „Es fehlen noch Unterlagen zum Bauantrag“, sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Welche Papiere noch eingereicht werden müssen, sei dem Vorhabenträger bekannt. Man stehe darüber „in engem Kontakt“ und werde den Bauantrag, wenn er denn vollständig ist, „schnellstmöglich prüfen“, so Beckers.

Während die Arbeiten auf der Baustelle also erst einmal ruhen, kursieren die Gerüchte um das Großprojekt umso schneller. Von Problemen mit Altlasten und mit der Kampfmittelbeseitigung ist da beispielsweise die Rede, was Hientzsch allerdings dementiert. „Dafür gibt es keinerlei Verdacht.“ Auch AZ-Informationen, dass angesichts der vielen Verzögerungen der Investor für die Appartementhäuser abzuspringen drohe, weist der Projektleiter zurück.

„Uns ist weder Blue Stone noch IC als Betreiber der Studentenwohnungen abhandengekommen.“ Zur Erklärung: Gemeinsam mit der Blue Stone GmbH will die Merkur Holding, deren Geschäftsführer Hientzsch ist, das 70-Millionen-Projekt stemmen. Unter dem Kürzel IC firmiert die International Campus AG in München, die auf studentisches Wohnen spezialisiert ist. Probleme mit der Baugrube räumt der Projektleiter jedoch ein. „Es gibt dort mehr Grundwasser als gedacht, weshalb wir ein neues Konzept erstellen mussten“, sagt Hientzsch. Und wohl auch einen neuen Zeitplan.

Das sportliche Ziel, das man im November verkündet hat, ist offenbar nicht mehr zu erreichen. Von einer Fertigstellung 2018 redet man bei „Blue Gate“ nicht mehr. Im Herbst 2019 wolle man nun die Tore öffnen, sagt Hientzsch.

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