Blitzer bannen auch Unbescholtene aufs Bild

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Die Neuen Blitzanlagen haben an der Wilhelmstraße und an der Bastei bereits 70 Rotlicht-Sünder geblitzt.

Aachen. In den letzten zwei Monaten ist über die viel befahrenen Kreuzungen Bastei und Wilhelmstraße ein wahres Blitzlichtgewitter hereingebrochen. Auslöser dafür sind die beiden so genannten „Rotlichtüberwachungsanlagen.” An der Wilhelmstraße wurde eine neue, in futuristischem Design gestaltete, Blitze installiert, während an der Bastei ein altes Gerät reaktiviert werden konnte.

Auf rund 70 Rotlichtsünder beläuft sich die Zahl, der seitdem an beiden - vom Ordnungsamt als Unfallschwerpunkte eingestuften - Kreuzungen, abgelichteten Pkw-Piloten. Allerdings: Ausgelöst haben die Blitzen bislang rund doppelt so oft.

Und so sind auf der Hälfte der Aufnahmen, die beim Ordnungsamt zur Auswertung einlaufen, unbescholtene Autofahrer zu sehen. Günter Taraschewski, zuständiger Sachgebietsleiter im Bereich fließender Verkehr, weiß, dass dadurch „Irritationen zu Stande kommen”. Er sagt aber auch: „Die Blitzen lösen nur aus, wenn die Kontaktstellen bei Rot überrollt werden.” Das kann ziemlich oft passieren, insbesondere zu Stoßzeiten, wenn sich an beiden Knotenpunkte täglich lange Rückstaus bilden.

Dann wird zwar bei Grün auf die Kreuzung eingefahren, verlassen lässt sie sich allerdings meist erst, wenn die Ampel schon den Farbwechsel vollzogen hat. Deswegen löst die Blitze aus und bannt meist den dahinter, ordnungsgemäß vor der roten Ampel Wartenden, aufs Bild. Oft sei auch zu beobachten, so Taraschewski, das versehentlich die Haltelinie (die Kontaktschleife für die Blitze ist rund einen Meter dahinter installiert) vor der roten Signalanlage überrollt würde. Ob das ein Verkehrsdelikt sei? Taraschewski antwortet mit einem klaren „Jain”. Soll heißen: Streng genommen stellt das Überrollen der Haltelinie eine Verstoß dar.

Allerdings wird der vom Aachener Ordnungsamt nicht geahndet. Generell haben Fahrer, die von den Blitzen in besagten Bereichen „versehentlich” auf Bild gebannt wurden auch keine negativen Konsequenzen zu befürchten. „Das wird von uns nicht verfolgt”, sagt Taraschewski. Post vom Ordnungsamt bekommen nur richtige Rotlichtsünder. Zwischen ihnen und den Vermeintlichen ließe sich nämlich ganz klar unterscheiden. Zur Auswertung würden nämlich stets zwei Aufnahmen herangezogen.

Taraschewski: „Und wir schauen uns die alle an.” Das gesamte Verfahren stuft er als „recht umfangreich” ein. Die Blitzen so auszurüsten, dass sie nur richtige Rotlichtsünder dokumentieren, sei technisch nicht möglich. Deswegen sagt Taraschewski: „Das muss so bleiben.” Und damit wird das Blitzlichtgewitter wohl zum Dauerzustand an beiden Kreuzungen.
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