Blick in die Zukunft der Schulen

Von: Christoph Classen
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Aachen. Das Beispiel Hamburg soll in Aachen Schule machen. Dafür setzt sich die SPD ein. Sie fordert, dass Schüler zukünftig länger gemeinsam lernen.

So wie in Hamburg, wo die Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre ausgedehnt werden soll.

Aber, und Claus Haase betont das, eine solche Veränderung hat nicht nur Folgen für die, die unmittelbar betroffen sind. „Das hat auch Rückwirkungen auf die Gebäude”, sagt der finanzpolitische Sprecher der SPD. Auf diesem Gedanken basiert der Ratsantrag der Sozialdemokraten.

Darin wird von der Verwaltung ein Gutachten gefordert, das die „unterschiedlichen Modelle durchspielen soll”, wie Haase es formuliert. Die Untersuchung werde benötigt, um die Auswirkungen auf Aachens Schulstrukturen sichtbar zu machen, bevor sie zur Realität werden. Konkret: womit zu rechnen ist, wenn Schüler tatsächlich länger gemeinsam lernen, und welche Folgen es hätte, wenn dem Wunsch der Eltern nach Ausbau des Ganztagsangebots entsprochen wird.

Beantwortet werden soll auch, welche Entwicklung mit der Umsetzung der UN-Konvention zur stärkeren Integration behinderter Schüler verbunden ist. Mit Blick auf letztere liegt für Haase auf der Hand: „In ein paar Jahren werden nicht mehr alle Förderschulen bestehen, weil mehr Schüler auf die Regelschulen gehen.” Das Gutachten soll solche Entwicklungen voraussehen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Die Untersuchung dürfe nicht allein auf die Zukunft, sondern auch auf die Gegenwart gerichtet sein. In Anbetracht der Veränderungen sei eine aktuelle Bestandsaufnahme überfällig, meint Mathias Dopatka. „Wir werden durch die Bank weniger Schüler haben”, sagt der schulpolitische SPD-Sprecher, der die Forderung nach einer vierten Gesamtschule wegen großer Nachfrage weiter aufrecht erhält. 30000 Euro wird das Gutachten wohl kosten. Karl Schultheis ist sicher, dass sich im Rat dafür eine Mehrheit findet. „So viel kostet es auch, ein Jahr die archäologische Vitrine im Elisengarten zu unterhalten”, sagt der SPD-Ratsherr. Schwarz-Grün müsse eben Prioritäten setzen.
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