Blick auf die Vielfalt der syrischen Kunst

Von: Svenja Pesch
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War maßgeblich an der Realisierung der sehenswerten Ausstellung mit vier syrischen Künstlern im Kulturwerk Aachen beteiligt: der in Aachen lebende Kunsthändler Firas Alhajayoub. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein „Faible für arabische Kunst“, wie sie es selbst nennt, hat Annely Kall, Vorsitzende des Kulturwerkes, schon seit ihrer Jugend. Umso mehr freut es sie, dass der Verein für die aktuelle Ausstellung „Geschichten – Traum – Fantasie“ vier syrische Künstler gewinnen konnte.

Firas Alhajayoub ist Kunsthändler und wohnt seit anderthalb Jahren in Aachen. Er war maßgeblich an der Realisierung der Ausstellung beteiligt: „Meine Intention ist es, syrische Kunst in Deutschland bekannter zu machen. Denn aufgrund der traurigen, aber leider aktuellen Kriegsbilder aus Syrien vergessen viele Menschen, dass dieses Land auch Heimat talentierter Künstler ist.“

Talal Aboudan, Hazem Akil, Ibrahim Alhassoun und Ali Alo stellen erstmals gemeinsam aus. Obwohl sie verteilt in ganz Europa leben, verbindet sie die Liebe zur Kunst. „Talal Aboudan studierte in Italien an der Michelangelo-Akademie und lebt aktuell in Schweden. In seinen Arbeiten zeigt er menschliche Figuren auf einem Holz-Relief“, erklärt Alhajayoub. Hazem Akil lebt und arbeitet in den USA und im Libanon.

Auffallend in seiner Bilderreihe sind die leuchtenden Farben. Der in der Türkei und in Syrien lebende Künstler Ibrahim Alhassoun ist Professor für Kunst in Aleppo. Aufgrund des Krieges kann er seiner Lehrtätigkeit schon lange nicht mehr nachgehen. „In seinen Bildern spielt er mit den Farben und drückt dadurch Emotionen aus“, so Alhajayoub.

Abgerundet wird das Quartett von Ali Alo. Mit dunkle Farben zeichnet er Porträts. Doch was auf den ersten Blick aussieht wie das reale Gesicht einer lebenden Person, ist in Wirklichkeit reine Fiktion. Die gemalten Personen sind der Fantasie des Künstlers entsprungen. Was sie alle vereint, ist der Blick. „Schaut man den Personen in die Augen, so strahlen sie eine gewisse Traurigkeit aus.

Das Äußere der Menschen ist künstlerisch frei erschaffen worden, aber das, was sie nach außen zeigen, ist universell und findet man überall auf der Welt“, sagt Alhajayoub. Vier arabische Künstler, vier ganz verschiedene Kunstrichtungen, die deutlich machen: Syrische Kunst ist bunt, lebensfroh, ernsthaft und traurig – genau wie das Leben selbst.

Die Ausstellung „Geschichten – Traum – Fantasie“ ist bis zum 27. Mai im Kulturwerk Aachen in den Aachen-Arkaden, Trierer Straße 1, zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis samstags von 13 bis 19 Uhr.

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