Bleiberger Fabrik: Mehr Kunst in der Stadt machen

Von: Kathrin Albrecht
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Aachen. Im vergangenen Jahr feierte die Bleiberger Fabrik ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großen Fest im Westpark.

Für Kinder und Jugendliche aus der Region bietet die Bleiberger Fabrik eine Vielzahl kreativer Kurse an, allen voran die Werkwochen in den Ferien. So ein rundes Jubiläum ist nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch ein Anlass, um in die Zukunft zu blicken und zu prüfen, ob das Konzept noch trägt. Also kamen Künstler, Eltern, Teilnehmer und Dozenten der Bleiberger Fabrik zu einer Werkwochen-Zukunftswerkstatt ein. Acht Stunden wurde über die Zukunft diskutiert.

„Als Jugendeinrichtung sehen wir uns den gleichen Herausforderungen gegenüber wie andere Jugendeinrichtungen auch“, sagt Axel Jansen, Leiter der Jugendkunstschule in der Bleiberger Fabrik. Dazu gehörten neben der aktuellen Frage, wie man Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien teilhaben lassen kann, auch allgemeine Veränderungen innerhalb der Gesellschaft und der Jugendkultur. „Viele Jugendliche sind heute nicht mehr so für kreative Arbeit empfänglich wie frühere Generationen“, erläutert Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, ihre Beobachtungen.

Wie sollten die Werkwochen der Zukunft aussehen? Das war die Eingangsfrage der Zukunftswerkstatt. Viele Ideen wurden erarbeitet, die in ein langfristiges Konzept einfließen sollen. „Es war sehr gut, dass wir so in der Breite diskutiert haben und alle Perspektiven hören könnten“, resümiert Sibylle Keupen. Langfristig möchte die Einrichtung gerne dahin kommen, die Kurse für alle Teilnehmer kostenlos anzubieten. Außerdem sollen die Werkwochen der Zukunft offener werden, „die Kinder sollen einfach vorbeikommen und mitmachen können“, wünscht sich Keupen.

Auch sollen Projekte größer angelegt und mehr miteinander verzahnt werden. Die Einrichtung selbst möchte sich noch mehr mit anderen Aachener Einrichtungen vernetzen: „Wir wollen stärker an die Schulen gehen und gemeinsam Projekte planen. Außerdem möchten wir mehr aus der Einrichtung herausgehen und Kunst in der Stadt machen“, skizziert Sibylle Keupen die Pläne.

Im Kleinen ist das im Westviertel schon ganz gut gelungen. Die Bleiberger Fabrik ist Teil der Stadtteil-Initiative „Wir alle“. Das große Westpark-Fest aus dem vergangenen Jahr soll zukünftig eine feste Einrichtung werden. „Wir haben sehr viel positive Resonanz von den Anwohnern bekommen“, sagt Axel Jansen. Die Oster-Werkwochen nehmen bereits Anregungen, die aus der Zukunftswerkstatt kommen, auf: Für die teilnehmenden Kinder wird es eine Morgenbetreuung ab acht Uhr geben.

Damit komme man den Bedürfnissen der berufstätigen Eltern entgegen, erläutert Axel Jansen: „Das Angebot wurde sehr nachgefragt.“ Neben den offenen Werkstätten zum Werken und Gestalten sowie zum Malen und Zeichnen werden speziell auf jugendliche Teilnehmer zugeschnittene Workshops angeboten. In der ersten Woche stehen Street Dance und eine Druckwerkstatt auf dem Programm, in der zweiten Woche eine Kalligraphie- und eine Theater-Werkstatt.

Die Kalligraphie-Werkstatt leitet ein junger Künstler aus der Aachener Graffiti-Szene. Auch das ist ein Ansatz, den die Bleiberger Fabrik weiter verfolgen möchte: „Wir möchten das Lehrer-Schüler-Verhältnis wieder mehr zum gemeinsamen Lernen führen. Das gelingt besser, wenn die Dozenten jünger sind“, erklärt Sibylle Keupen.

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