Aachen - „Blaues Blut än schwazze Klütte“: Eine schrecklich verworrene Familiensaga

„Blaues Blut än schwazze Klütte“: Eine schrecklich verworrene Familiensaga

Von: Günther Sander
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Ein Kohlenhändler auf familiären Abwegen: Mit dem turbulenten Verwirrspiel rund um Beätes Nöffgens feiert das Aachener Heimattheater seinen runden Geburtstag. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. 70 Jahre, aber kein bisschen leise. So gibt sich das Aachener Heimattheater nach all der Zeit auch heute noch, denn bei seinen Aufführungen knistert es noch gehörig in den Brettern, die für das Ensemble seit nunmehr sieben Jahrzehnten die „Theaterwelt“ bedeuten.

Vom Geburtstag des beliebten Ensembles soll auch das treue Publikum ein „Stück Kuchen“ in Form eines aktionsreichen Schwanks mitbekommen: „Blaues Blut än schwazze Klütte“ heißt die neue Produktion des Heimattheaters. Da versteht es sich von selbst: Heij es noch rechtig Öcher Platt ze hüre, flott aufgemöbelt vom neuen Spielleiter-Team Judith Knisch und Ralf Leesmeister.

In der Schule „Am Römerhof“ laufen die letzten Proben, es geht lustig zu, das Team ist voll bei der Sache, denn zur Premiere muss alles sitzen. „Es ist ein schönes Stück, das wir zum Jubiläum präsentieren“, erzählen Vorsitzender Marc Knisch und der ehemalige langjährige Spielleiter Bernd Dreyer stolz. Wen wundert es, wenn man diesen Titel hört?

Vordergründig geht es um einen bornierten Grafen und den hemdsärmeligen „Klüttehändler“ Beätes Nöffgens. Als der Kohlenhändler zunächst die Komtessa von Böttel ehelicht, die als „Brautgeschenk“ ihren vom Pleitegeier verfolgten Vater mit ins Haus bringt, „ist der Bock fett“ – auch wenn das zarte Glück nicht lange halten soll.

Nicht nur der Vater, sondern auch ein motivierter Tierbändiger und eine männerfeindliche, aber zuletzt doch heiratswütige Sekretärin sorgen für das perfekte Chaos. Das alles, hübsch verpackt in echt Öcher Mundart, wird in der turbulenten Inszenierung für so manches Lachtränchen sorgen.

Judith Knisch und Ralf Leesmeister können bei diesem turbulenten Jubiläumsstück auf eine Reihe jüngerer, aber auch älterer Darsteller setzen. Zu den Senioren zählt der seit vielen Jahren auf der Bühne erfahrene Mime Hans Mommer, der in diesen Tagen seinen 82. Geburtstag feiert. Ihm obliegt in dem Schwank die Aufgabe, Frieden in der chaotischen Familie zu stiften. Kein leichtes Unterfangen.

Ein heilloses Kuddelmuddel

In Wirklichkeit sind die Familienverhältnisse nach diversen Hochzeiten und Trennungen nämlich so verwirrend, dass die Schauspieler selbst bei den Proben Mühe haben, diesen Kuddelmuddel auseinanderzuhalten.

Besonders dann, wenn der Klüttehändler erklären muss, dass durch seine Scheidung von der Komtessa seine Exfrau nun seine Tante und er selbst somit der Neffe seiner ehemaligen Frau wird – wobei diese nunmehr zu seiner Nichte avanciert –, verstehen seine Freunde zunächst die Welt nicht mehr. Wenn er dann aber weiter ausführt, dass er durch eine Neuheirat inzwischen auch der Schwiegersohn seines eigenen Großonkels und gleichzeitig auch der „Kusäng“ seines Kindes ist, zweifeln alle an seinem Verstand – das Verwirrspiel ist perfekt.

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