Bistum begräbt Neubaupläne am Kloster

Von: Robert Esser
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Verkauf ist vom Tisch: Im ehemaligen Kloster an der Jakobstraße sollen Abteilungen des Generalvikariats bald in sanierten Büros arbeiten. Der Klostertrakt zur Bendelstraße steht indes zur Disposition. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Von gescheiterten Plänen oder einer persönlichen Niederlage will im Generalvikariat offiziell niemand sprechen. Fakt ist: Generalvikar Manfred von Holtum muss seine Neubaupläne begraben. Der Kirchensteuerrat der Diözese Aachen hat in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Wochenende nur ein erheblich abgespecktes Sanierungs- und Umbaukonzept abgesegnet.

 Zehn Millionen Euro sollen in die Modernisierung der Arbeitsplätze von rund 250 Beschäftigten des Bischöflichen Generalvikariats fließen. Das sind etliche Millionen weniger als von Holtums ursprünglicher Plan gekostet hätte. Im Juli 2012 hatte der Verwaltungschef – nach jahrelangem radikalen Sparkurs – sein ehrgeiziges Bauprojekt vorgestellt. Dieses sah den Verkauf des gewaltigen Kind-Jesu-Klosters auf dem Areal zwischen Jakob- und Bendelstraße sowie einen Verwaltungsneubau auf einem benachbarten Parkplatz vor. Beides ist vom Tisch.

Immer wieder hatten einzelne Mitglieder des Kirchensteuerrats in den vergangenen Monaten den Sinn des Bauvorhabens in Frage gestellt. Schließlich wurde eine Experten-Kommission einberufen, um die Pläne zu prüfen. Auch von der Pfarrebene, die seit langem unter dem Sparkurs des Bistums leidet, und aus dem Katholikenrat hatte es Kritik gehagelt. Die Expertenrunde kam nun zu dem Ergebnis, dass die Neubaupläne durchaus verzichtbar sind. Von Holtum sei darüber keineswegs enttäuscht, erklärte Bistumssprecher Franz Kretschmann auf Anfrage der Aachener Zeitung. „Es ist eine gemeinsame Lösung gefunden worden, mit der alle einverstanden sind“, sagte er.

„So schnell wie möglich“ will man mit der Sanierung des teils maroden Generalvikariats am Klosterplatz beginnen. Dieses soll – unter Berücksichtigung des Weltkulturerbes Aachener Dom – teilweise aufgestockt werden. Einige Ressorts der Bistumsverwaltung sollen – entgegen der früheren Pläne – im ehemaligen Klostergebäude an der Jakobstraße arbeiten: darunter die Personalabteilung, die computergestützte Buchhaltung und die Kantine. Sämtliche älteren Gebäudeteile müssen modernisiert werden, um den gesetzlichen Anforderungen des Brandschutzes zu genügen. Außerdem sind umfangreiche energetische Maßnahmen vorgesehen – um langfristig Umwelt und Bistumsfinanzen zu schonen. Was mit dem Klosterflügel an der Bendelstraße geschieht, ist noch unklar. Er soll laut Generalvikariat „langfristig einer alternativen Nutzung zugeführt“ werden. Auch ein Teilverkauf dieses Klosterteils wird nicht ausgeschlossen. Gute Nachrichten gibt es indes für die Schwestern vom armen Kinde Jesus, deren Generalat einen kleinen Teil des Gebäudes beansprucht: Sie sollten eigentlich ausziehen, dürfen jetzt aber doch bleiben.

Nach der Kehrtwende will das Bistum seine Baupläne – vor allem die Gebäudeaufstockung – mit den städtischen Behörden abstimmen. Erst in einigen Wochen möchte das Generalvikariat Details und Zeitpläne veröffentlichen. Schließlich stehen 2014 Karlsjahr und Heiligtumsfahrt an. Baustellen wären da für die Kirche kein Segen.

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