Aachen - Bischof Mussinghoff kritisiert starke Zunahme von Minijobs

Bischof Mussinghoff kritisiert starke Zunahme von Minijobs

Von: kna
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Aachen. Eine starke Zunahme von Minijobs kritisiert Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff.

Unternehmern werde ein Anreiz gegeben, reguläre Arbeitsplätze in mehrere Minijobs aufzuspalten und zu niedrigen Löhnen anzubieten, sagte er am Sonntag in Aachen.

„Vordringliches Ziel der Arbeitsmarktpolitik muss es bleiben, Arbeitslosen die Möglichkeit zu geben, ein sozialversicherungspflichtiges Normalarbeitsverhältnis aufzunehmen.” Minijobs mit einem Arbeitsentgelt von höchstens 400 Euro pro Monat sind sozialversicherungsfrei und können mit einem pauschalem Satz von 2 Prozent des Lohnes versteuert werden.

Weiter forderte der Bischof, Geringqualifizierten staatliche Lohnkostenzuschüsse zu geben. Die Bereitstellung von Arbeitsplätzen sei eine zentrale Herausforderung für eine wirtschaftliche Grundlage und gesellschaftliche Teilhabe. Zudem verlangte Mussinghoff mehr Investitionen in Bildung. Denn ohne Bildungsgerechtigkeit gebe es keine Chancengerechtigkeit.

Der Bischof äußerte sich bei einem Gottesdienst im Aachener Dom anlässlich der Jahrestagung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU). Der Verband habe einen besonderen Platz bei der Aufgabe, das Soziale neu zu denken und zu gestalten, so Mussinghoff. Im BKU zusammengeschlossene Mitglieder hätten mit Mut und Risikofreude ihre Unternehmen in Verantwortung für das Gemeinwohl gestaltet.

Dem 1949 gegründeten BKU mit Sitz in Köln gehören rund 1.300 Mitglieder an. Das am Sonntag beendete dreitägige Jahrestreffen stand unter dem Thema „Von der Vision zur Praxis: Nachhaltigkeit neu denken”. Bei einem Vortrag am Freitag plädierte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für eine nachhaltige Politik. Entscheidungen dürften nicht im Horizont auf die nächste Wahl fallen, „sondern mit Blick auf die nächste Generation”. Die aktuelle Euro-Krise zeige, wie wichtig langfristige und durchdachte Ansätze seien.
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