Bis zu 474 Flüchtlinge finden bald Platz in Burtscheid

Von: acp/red
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52 „Space-Boxen“ stehen bereits: Allein auf dem Kasernengelände werden ab Mitte Februar weitere 164 Container platziert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Vorbereitungen zur Unterbringung von bis zu 474 Flüchtlingen in Burtscheid sind in vollem Gange. In der Leo-Löwenstein-Kaserne werden zurzeit 52 „Space-Boxen“ aufgestellt, wie das Presseamt berichtete.

So werden 52 abgeschlossene, jeweils etwa 19 Quadratmeter große Wohnungen geschaffen, die ab Mitte März bezogen werden sollen. Sie bieten Platz für bis zu 104 Menschen. Erfahrungsgemäß sei allerdings von einer durchschnittlichen Belegung von etwa 80 Menschen auszugehen.

OB: „keine Alternative“

Ab Mitte Februar folgen weitere 164 Container. Dadurch entstehen nochmals 55 Wohnungen mit je maximal vier Betten auf circa 43 Quadratmetern. Die Maximalbelegung beträgt hier also 220 Personen. Kalkuliert wird allerdings mit einer Belegung von 165 Menschen. Insgesamt werden am Kornelimünsterweg folglich 245 bis 324 Menschen wohnen. Bis Mitte März sollen alle Container bezugsbereit sein.

Am Sportplatz Adenauerallee sollen ebenfalls bis Mitte März 104 eingeschossige „Space-Boxen“ aufgestellt werden. Dieser Standort ist für die Unterbringung von 150 Flüchtlingen nebst Bürogebäuden ausgelegt. Oberbürgermeister Marcel Philipp hatte in der Bürgerfragestunde bei der jüngsten Ratssitzung betont, dass es zu diesem Szenario keine Alternative gebe, und die Bürger gebeten, Schutzsuchende freundlich aufzunehmen. Philipp: „Da wir fraglos weitere Orte bereitstellen müssen, wird eine möglichst gleichberechtigte Verteilung von Flüchtlingen relativ bald wieder hergestellt sein.“

Ansprechpartner rund um die Uhr

Heinrich Emonts, Leiter des Fachbereichs Soziales, weist darauf hin, dass die Stadt die Asylsuchenden an beiden Standorten umfangreich betreuen will: „Neben der üblichen Unterstützung durch Sozialarbeiter und Hausmeister werden täglich rund um die Uhr Ansprechpartner bereitstehen.“

Diese sollen auch als ständige Ansprechpartner für die Nachbarn erreichbar sein und die ehrenamtlichen Aktivitäten an den Standorten koordinieren. Tagesstrukturierende und integrative Aktivitäten seien in jedem Fall vorgesehen. Die Stadt hoffe auf breite Unterstützung der Bevölkerung. Gedacht ist an Sprachförderung, Informationsvermittlung, aber auch Freizeitangebote, möglichst unter Einbindung der örtlichen Vereine. „Bei Bedarf“ werde auch ein Wachdienst eingesetzt.

Seitens der Bürgerinitiative werden die städtischen Pläne indes weiter mit Skepsis beobachtet, erklärten zwei ihrer Vertreter am Dienstag auf Anfrage. Nach wie vor bestehe die Befürchtung, dass eine Integration so vieler Menschen im Stadtteil nicht möglich sei und dass letztlich mehr Flüchtlinge kämen als angekündigt. „Wir werden uns weiter auch mit rechtlichen Mitteln gegen die Pläne wehren“, hieß es.

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