Birgit Haveneth: Mit Familienpolitik in Berlin punkten

Von: Thorsten Karbach
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Zieht für die Aachener FDP in
Zieht für die Aachener FDP in den Bundestagswahlkampf 2013: Birgit Haveneth. Die 37-Jährige trat auch schon als Kandidatin bei der jüngsten Landtagswahl an. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es ist schon ein paar Jahre her, da besuchte Birgit Haveneth den Deutschen Bundestag. Zu einer Besichtigung. Damals verschwendete sie keinen Gedanken daran, dass sie hier einmal wirken könnte. Stattdessen genoss sie den Ausblick von der Kuppel des Reichstaggebäudes.

Nun ist die Perspektive eine andere: Die FDP Aachen-Stadt hat Birgit Haveneth am Montagabend zu ihrer Kandidatin bei der Bundestagswahl 2013 erklärt. 96,4 Prozent der Delegierten stimmten für die 37-Jährige. Oder anders ausgedrückt: Es gab nur eine Nein-Stimme. Die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag wird irgendwann zwischen dem 28. August und dem 27. Oktober erfolgen.

Birgit Haveneth hatte sich in Aachen zuletzt bei der Landtagswahl erfolgreich in Szene gesetzt. Bis dahin wirkte sie meist hinter den Kulissen, ist ohnehin erst seit 2009 Parteimitglied und engagierte sich zunächst als stellvertretende bildungspolitische Sprecherin. Dann hingen ihre Plakate in der Stadt, Haveneth erlebte eine erfolgreiche, motivierende und vor allem spannende Zeit und freute sich letztlich über das unerwartet gute Ergebnis der Liberalen in NRW. Sie selbst erreichte im Wahlkreis 2, Aachen-Süd, 1925 von 55 563 Erst- (3,52 Prozent) und vor allem 4779 Zweitstimmen (8,72 Prozent) und war damit überaus zufrieden. „Es ist schön, wenn man etwas bewegen kann. Und wenn ich will, dass die liberalen Werte diskutiert werden, dann muss ich mich auch dafür einsetzen”, sagt sie.

Punkten will Haveneth mit Familienpolitik. Als vierfache Mutter, die als Leiterin eines Projektbüros in Oberforstbach arbeitet, weiß sie, welche Anstrengungen erforderlich sind, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Zumal ihr Mann beruflich viel unterwegs ist. „Auch auf Bundesebene liegt mir die Familienpolitik am Herzen. Das ist ein Kernthema für die Mittelschicht wirkt sich ebenso auf Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik aus”, erklärt Haveneth. Ihre Kinder sind 4, 6, 12 und 14 Jahre alt. Die Familie komplettieren Hund und Katze.

„Wir sind sehr froh, dass wir Birgit Haveneth als Kandidatin haben. Sie wird aufgrund ihrer Biografie und ihrer Themen einen sehr authentischen Wahlkampf liefern. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können”, kommentiert die stellvertretende Parteivorsitzende Sigrid Moselage. In Aachen folgt Haveneth damit auf Petra Müller, die bei der letzten Bundestagswahl am 27. September 2009 8,98 Prozent holte. Dank Listenplatz 14 zog Müller nach Berlin.

Über Birgit Haveneths Listenplatz muss noch gesprochen werden - zunächst einmal beim Bezirksparteitag am 22. September in Aachen, wenn die Reihenfolge der fünf Kandidaten des Bezirks festgelegt wird. Dabei wird die FDP Stadt Aachen auch auf ihre Vergangenheit treffen. Denn am Freitag ist davon auszugehen, dass die FDP Kreis Aachen eben jene Petra Müller aufstellen wird. In Euskirchen wird erneut Bundestagsabgeordnete Gabriele Molitor zur Wahl stehen, hinzu kommen Kandidaten aus Heinsberg (Elke Wirtz) und Düren (Jörn Langefeld).

Die eigentlichen Listenplätze werden dann am 8. Dezember bei der Landeswahlversammlung in Neuss vergeben. „Wir möchten Birgit Haveneth auf jeden Fall ganz weit vorne auf der Liste platzieren”, erklärt Sigrid Moselage dazu.

Petra Müller tritt im Altkreis Aachen an

2009 zog Petra Müller für die FDP Stadt Aachen in den Bundestag ein. Die Liberalen beeindruckten damals in Aachen vor allem mit 15,09 Prozent Zweitstimmen. Am Freitag wird Müller, die in Herzogenrath wohnt, von der FDP Kreis Aachen in Stolberg als Kandidatin für die Bundestagswahl 2013 - jedenfalls ist davon auszugehen - gewählt. Der Kreisvorstand hatte sie einstimmig nominiert. „Petra Müller hat unsere volle Unterstützung. Sie hat sich in den letzten Jahren sehr für die Region eingesetzt und die Interessen der Region exzellent in Berlin vertreten”, erklärt Kreisvorsitzender Dr. Werner Pfeil.

Ihrer „Nachfolgerin” in der Stadt Aachen gratuliert Müller herzlich. „Ich freue mich, dass erneut eine Frau kandidiert”, sagt sie. Beim anstehenden Bezirksparteitag strebt Müller aber Platz 1 im Bezirk an. Andererseits betont die Abgeordnete: „Es soll keine Spaltung der FDP geben. Es gibt ein gemeinsames Ziel: liberale Politik. Und je stärker die Fraktion ist, umso besser ist das.”

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