Bilingualer Kindergarten macht Klein und Groß happy

Von: Thorsten Karbach
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Sie sind alle ganz happy: 80 Kinder besuchen die Kita in der Mariabrunnstraße. Die 15 Kinder der blauen Gruppe sprechen in der Regel englisch. Es ist Aachens erste englischsprachige Gruppe an einem städtischen Kindergarten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die ersten Schritt werden auf 30 kleinen Beinen gegangen. Denn es sind 15 angemeldete Kinder, mit denen die blaue Gruppe der Kindertagesstätte Mariabrunnstraße die Zukunft Gegenwart werden lässt.

Lange war sie gewünscht, beantragt, geplant worden, mit dem neuen Kindergartenjahr läuft an der Mariabrunnstraße die erste englischsprachige Kindergartengruppe an einer städtischen Einrichtung in Aachen.

Bislang hatte es in Aachen ein solches Angebot nur aus privater Hand gegeben. Aachen hinkte auch hinter anderen Kommunen her - und das als Stadt, die gerne ihren internationalen Charakter betont.

„So eine Stadt an der Grenze spricht nicht nur deutsch, sie zieht mit ihren Hochschulen Menschen aus aller Welt an”, sagte denn auch Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden bei der feierlichen Eröffnung der englischen Gruppe. Er schickte seinen Worten ein „endlich” hinterher. „Endlich haben wir diese Gruppe.”

80 Kinder aus 14 Nationen besuchen die Kindertagesstätte Mariabrunnstraße. Die gibt es seit 1997. Seit drei Jahren haben sie hier eine englischsprachige Spielgruppe und die wird es auch weiterhin geben.

Neu ist, dass drei Gruppen - rot, gelb und grün - in der Regel Deutsch sprechen und in der blauen Gruppe, wann immer es geht und vor allem wann immer es die Kinder auch wollen, Englisch geredet wird.

„Die Kinder können auch ohne Angst ins Deutsche wechseln. Aber wer früher anfängt, der hat es auch leichter”, sagt Kita-Leiterin Annette Sievert. Bemerkenswert: für keines der Kinder der blauen Gruppe ist Englisch Muttersprache. Es sind beispielsweise auch deutsche Kinder in der Gruppe.

Zunächst wurden ausschließlich Kinder ab drei Jahren aufgenommen, als Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Es gab auch jüngere Interessenten und bei der Stadt liegt eine Warteliste. Das Angebot ist begehrt. „Weitere Einrichtungen werden folgen - weil es die Eltern wollen”, sagt OB Linden.

Doch zunächst ist es eben ein Projekt, und es sollen Erfahrungen gesammelt werden. Dafür hat die Stadt die Einrichtung auch entsprechend aufgestellt. Laut Kinderbildungsgesetz müsste es für die Gruppe zwei Erzieherinnen geben.

Doch neben Natascha Porada und Nadine Wolter hat die Stadt auf eigene Kosten auch noch Susan Flieger eingestellt.

Und die ist ganz begeistert von der Arbeit mit den Kindern: „Es ist ein wundervolles Miteinander”, sagt sie. Und das ist auch bei der kleinen Eröffnungsfeier mit Linden und NRW-Familienminister Armin Laschet offensichtlich, bei der alle Kinder Lieder singen - auf Englisch versteht sich.

Während die Kinder „happy”, das Lied vom Glück sangen, wird in der Verwaltung bereits der nächste Schritt vorbereitet. Denn nun gilt es die Lücke zwischen Kindergarten und den ohnehin schon mehrsprachig ausgerichteten weiterführenden Schulen zu schließen. Eine bilinguale Grundschule soll es sein, nach AZ-Informationen möglichst im Umfeld der Kita Mariabrunnstraße.
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