Aachen/Alsdorf - Bildungstag der Städteregion: Workshops und Vorträge

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Bildungstag der Städteregion: Workshops und Vorträge

Von: Carmen Krämer
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„Bildung und Gerechtigkeit“: Das war das Thema beim Bildungstag der Städteregion. Auch die Frage, wie man Kinder – wieder – für Schule und fürs Lernen begeistern kann, stand im Raum. Foto: Stock/Blickwinkel
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Auch prominente Redner hielten Seminare auf dem diesjährigen Bildungstag der Städteregion ab: Prof. Dr. Olaf-Axel Burow erklärte den Teilnehmern, wie es gelingt, Kinder und Jugendliche für die Schule zu begeistern. Foto: Carmen Krämer

Aachen/Alsdorf. Sie gehen jeden Tag in die Schule oder in den Kindergarten, in Weiterbildungszentren oder in die Universität. Aber normalerweise sind sie dort diejenigen, die anderen etwas beibringen. Am vergangenen Dienstag war das anders. Zum Bildungstag der Städteregion, der in diesem Jahr im Berufskolleg Alsdorf stattfand, kamen rund 250 interessierte Pädagogen, Sozialarbeiter und angehende Lehrer, die hier für einen Nachmittag noch einmal freiwillig die Schulbank drückten.

Thema des Tages und auch des Vortrags von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann am Vorabend, zu dem rund 650 Zuhörer kamen, war „Bildung und Gerechtigkeit“.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bildungsbüro der Städteregion in Kooperation mit dem Bildungswerk Aachen und in diesem Jahr erstmals auch mit dem Lehrerbildungszentrum der RWTH Aachen. In zwei Impulsvorträgen und 14 Workshops wurden den Teilnehmern von Experten aus ganz Deutschland neue Ideen dazu vermittelt, wie man Gerechtigkeit in der Bildung schaffen und mit Ungerechtigkeiten in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann. Außerdem bot ihnen diese Veranstaltung eine Plattform zum Austausch und eine gute Gelegenheit zum Ausbau ihres Netzwerks.

„Der Bildungstag ist eine der größten Fach- und Netzwerkveranstaltungen der Städteregion“, erklärte Gabi Roentgen vom Leitungsteam des Bildungsbüros der Städteregion. „Das Besondere daran ist, dass die Teilnehmer aus der gesamten Städteregion hier die Möglichkeit haben, das Bildungssystem als Ganzes zu betrachten.“ Die Schullandschaft befinde sich sichtbar in Bewegung und ein Austausch sei zwingend notwendig. Normalerweise sehe jeder schließlich nur sein eigenes Umfeld, die Erzieher den Kindergarten und die Lehrer zum Beispiel nur die jeweilige Schule.

Dabei sei es wichtig, sich über Probleme und aktuelle Fragestellungen auch über den eigenen Bereich hinaus auszutauschen. „Es macht einen stark, wenn man weiß, dass man mit seinem Problem nicht allein ist und die Schwierigkeiten, die wir in Themen wie ‚Gerechtigkeit und Bildung‘ haben, kommen ja überall vor“, erklärt Roentgen.

Um Personen, die Bildungsverantwortung tragen, so früh wie möglich für diese Art von Ideenaustausch zu sensibilisieren und ihnen die Ängste vor diesen Problemen rechtzeitig zu nehmen, waren nun erstmals auch Studenten unter den Workshopteilnehmern. Christina Bremke vom Lehrerbildungszentrum der RWTH sagte: „Die Studenten lernen an der Universität in erster Linie ihre Fächer. Hier können sie einen Einstieg in die Bildungsarbeit bekommen und Kontakte knüpfen. Das kann die Universität so leider nicht leisten.“

Benedikt Schelling studiert Mathematik und Physik auf Lehramt und wird in einem Jahr ins Berufsleben einsteigen. „Fernab vom Unialltag hört man hier von Dingen, die an der Uni keinen Platz haben. Und man bekommt schon mal erste praktische Handlungsanweisungen und eine Idee davon, womit sich Leute, die in Bildungsstätten arbeiten, noch so alles auseinandersetzen müssen“, erklärt er.

Eine Erzieherin begründete ihre Teilnahme folgendermaßen: „Ich arbeite in einer Kindertagesstätte in Aachen und mir begegnen ständig große Unterschiede zwischen den Kindern. Sei es der finanzielle oder soziale Hintergrund. Es kommt vor allem auch auf den Stadtteil an, wo man arbeitet. Für mich ist wichtig, hier Ideen zu sammeln, wie man mit den sozialen und kulturellen Unterschieden der Kinder umgehen kann, denn das begegnet mir ständig in meinem Alltag.“

Ganz konkret ging es in den Workshops um Themen wie die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung, mit unterschiedlichen kulturellen oder sozialen Hintergründen oder verschiedenen Begabungen. Außerdem wurde darüber gesprochen, inwiefern die Hausaufgabenbetreuung die Chancengleichheit beeinträchtigt oder fördert, wie man als Lehrer mit Lernblockaden umgeht, wie man Eltern in Bildungsziele einbeziehen kann und welche Maßnahmen Wirkung gegen Diskriminierung zeigen. Andere Workshops zielten auf die Stärkung des Selbstbewusstseins von Pädagogen ab, darauf, wie man Schüler für Schule begeistern kann oder auf die Frage, wie außerschulisches soziales Leben inklusive Gemeinschaftsbildung in der Schule unterstützen kann.

„Mit neuen Ideen und interessanten Erkenntnissen können die Teilnehmer nach diesem Tag zurück in ihre Einrichtungen gehen, um dort die erlebten Eindrücke anzuwenden und an ihre Kollegen, die an diesem Tag nicht anwesend sein konnten, weiterzugeben“, erklärte Gabi Roentgen und ist davon überzeugt, dass die Bildungstage auch zum Zusammenwachsen der Städteregion beitragen.

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