Bilanz von Projekten zum sozialen Arbeitsmarkt

Von: Claudia Heindrichs
Letzte Aktualisierung:
14594390.jpg
Diskutierten die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt: Bundesministerin Andrea Nahles und Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt bei Alois Poquett im Klömpchensclub. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Ich freue mich, so viele nette Menschen an einem der schönsten Orte Aachens zusammen zu sehen.“ Mit diesen Worten begrüßte Alois Poquett, Geschäftsführer des Hilfsvereins „Wabe“, die Kolleginnen und Kollegen, die durch die Programme Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt und Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit bei der „Wabe“ beschäftigt sind.

Diese hatten sich im Klömpchensklub im Tivoli eingefunden, um gemeinsam mit Vertretern des Jobcenters, der Beschäftigungsträger Pro Arbeit und „Wabe“ sowie und Politikern über das Thema „Sozialer Arbeitsmarkt – Chancen für viele Menschen“ zu sprechen. Prominenter Gast: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

2015 wurden die Beschäftigungsprogramme durch die Bundesministerin für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen. In diesem Rahmen hatte das Jobcenter 500 Stellen in der Region bewilligt bekommen. 100 davon sind von der „Wabe“ geschaffen worden: 56 Stellen im Programm Soziale Teilhabe und 39 Stellen gegen Langzeitarbeitslosigkeit. 47 Jahre beträgt dabei das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer.

Der Tenor im Gespräch mit den zahlreich teilnehmenden Beschäftigten schwankte zwischen Dankbarkeit und Besorgnis. „Wie geht es Ende 2018 weiter, wenn unser Vertrag ausläuft?“ war eine häufig gestellte Frage.

„Es wird nicht Nichts geben!“, versprach Nahles. Sie möchte versuchen, finanzielle Unterstützung für den sozialen Arbeitsmarkt als Regelinstrument in den Bundeshaushalt aufzunehmen, um kontinuierlichere Unterstützung im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit zu sichern. In trockenen Tüchern ist das aber noch lange nicht. Notfalls folge ab 2019 wieder ein neues Programm, welches den Betroffenen wieder nur befristet eine Perspektive gäbe, so die Bundesministerin.

„Im besten Fall schaffen Sie nach Ablauf der Programme den Sprung in ein Beschäftigungsverhältnis des ersten Arbeitsmarkts“, ermutigte Poquett seine Mitarbeiter. Die Resonanz darauf war eher verhalten. Viele von ihnen machen ihren jetzigen Job sehr gerne und allen ist bewusst, wie hart der Arbeitsmarkt ist.

„Wir wollen Ihnen die Sorge nehmen, dass Sie irgendwann wieder im Loch hängen“, unterstrich Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Aachener SPD-Bundestagsabgeordnete. „Das wird nicht passieren. Dafür gibt es hier in der Region viel zu engagierte Menschen.“

Die Träger der Beschäftigungsprogramme, die Schmidt damit meinte, hatten ihre ganz eigenen Sorgen an die Politiker herangetragen. Wie kann die Existenz der Träger auf Dauer gesichert werden?

Steigender Mindestlohn für die Mitarbeiter heißt gleichzeitig für die Träger steigende Ausgaben. Nahles versicherte, sie habe diese ebenfalls im Blick und würde sich für finanzielle Unterstützung seitens des Bundes einsetzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert