Bilal-Moschee ist jetzt Aachener Denkmal

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Eine Feldlagermoschee, die in
Eine Feldlagermoschee, die in die Architektursprache der Moderne transferiert wurde: So begründet die Denkmalpflege die Eintragung der Bilal-Moschee an der Professor-Pirlet-Straße in die Liste der Aachener Baudenkmäler. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wer hätte das gedacht? Die Bilal-Moschee an der Professor-Pirlet-Straße wurde nun in die Liste der Aachener Baudenkmäler eingetragen. Der Betonbau gilt als prägendes euroislamisches Bauwerk der Moderne.

„Er ist einer der frühesten Moscheebauten der Moderne in Deutschland, ein sehr schönes Beispiel für die sogenannte Feldlagermoschee - berühmt ist hier die Omayyaden-Moschee in Damaskus -, die in die Architektursprache der 70er transformiert wurde”, erklärt Monika Krücken, Leiterin der städtischen Denkmalpflege. Und das sei Grund genug, die Moschee mit Kuppel, angebautem Minarett und Torbau mit Eingangsbrücke in die Liste der Aachener Baudenkmäler aufzunehmen.

Acht Neue auf der Liste

3577 solcher Baudenkmäler werden im Moment in Aachen gezählt. Hinzu kommen 53 Bodendenkmäler und zwei Denkmalbereiche - die Innenstadt und die 20er-Jahre-Siedlung „In den Heimgärten”. Die Bilal-Moschee an der Professor-Pirlet-Straße ist eine von acht neuen Baudenkmälern auf der Liste. Unter den anderen sind der Müschpark, die Paier-Wandmalerei in der Pontstraße und die ehemalige Tuchfabrik in der Ottostraße.

„Die Gebäude müssen immer prägend für ihre Zeit sein. Für Gebäude aus den 1950ern gibt es dann natürlich höhere Anforderungen als für solche aus dem 17. Jahrhundert - weil mehr Bausub-stanz aus dieser Zeit erhalten ist”, erläutert Krücken. Trotz der acht neuen Denkmäler wird die Aachener Liste seit Jahren kaum länger, denn immer wieder werden Gebäude auf der anderen Seite wieder gestrichen. Aktuell sind es sechs Eintragungen, die gelöscht wurden.

„In den 1980ern wurde sehr viel voreilig eingetragen, davon wird einiges nun wieder ausgetragen”, erklärt Krücken. An anderer Stelle werden Baudenkmäler aber auch konkretisiert. „Wir stellen in solchen Fällen genau heraus, was an einem Gebäude warum unter Denkmalschutz steht”, sagt die Expertin. Auch diesmal wurden acht Baudenkmäler konkreter gefasst - etwa ein Haus an der Schumacherstraße, wo straßenseitig speziell die Fassade und das Dach den Denkmalschutz verdienen.

Aktuell werden zudem Gebäude im „Heimatstil” der 1920er und 1930er Jahre vom Denkmalschutz überprüft. „Es muss immer einen guten Grund geben, warum ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird”, sagt Krücken. Beantragen können dies Bürger ebenso wie die Denkmalbehörde und das Fachamt des Landschaftsverbandes. Verbunden mit der Aufnahme in die Liste der Denkmäler ist neben einer kleinen Plakette aber auch die Pflicht, das Haus zu schützen und Veränderungen fortan mit der Behörde abzustimmen.

Andererseits können Baumaßnahmen steuerlich abgeschrieben werden. „Langfristig gewinnt das Gebäude meist an Wert”, sagt Krücken und spricht von einem kleinen Adelstitel für das Haus. Und der krönt nun auch das Baudenkmal Bilal-Moschee. Für Krücken die denkbar richtige Entscheidung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert