Haaren/Verlautenheide - Bezirksvertretung Haaren bäumt sich gegen Gasverdichterstation auf

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Bezirksvertretung Haaren bäumt sich gegen Gasverdichterstation auf

Von: Stephan Mohne
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Riesige Gasverdichterstation? Nein Danke! Die Bezirksvertretung Haaren will mit allen Mitteln gegen die Pläne des Pipeline-Betreibers „Open Grid Europe“ kämpfen, die Anlage in die Freiflächen bei Verlautenheide zu bauen. Auch die Stadt ist dagegen und plädiert für den Standort Camp Hitfeld. Foto: Michael Jaspers

Haaren/Verlautenheide. Drei Autobahnen, das Nato-Tanklager mit riesigen Tanks unter dem Kaninsberg, der Flugplatz Merzbrück, die Gasballons, ein großes Umspannwerk am Aachener Kreuz, eine Gasverdichterstation – schon die Aufzählung von Karl-Heinz-Starmanns (CDU) belegte, mit welchen Belastungen und Gefahrenpotenzialen Haaren und Verlautenheide geschlagen sind.

Da hatte er die vielen Gewerbegebiete im eher kleinen Stadtteil noch gar nicht mitgezählt. Und nun das: Mit dem Bau der neuen „Zeelink“-Gaspipeline von Eynatten zum Niederrhein soll eine weitere riesige Verdichterstation (Baukosten weit über 100 Millionen Euro) gebaut werden – auf einer Fläche von rund 100.000 Quadratmetern. Bauherr ist der Branchenriese „Open Grid Europe“ (OGE) aus Essen. Und der will die Anlage mit drei elektrisch betriebenen Turboverdichtern nun auch noch in Verlautenheide platzieren.

Und zwar auf bislang weiten freien Flächen zwischen Autobahn 44, Verlautenheidener Straße und Würselener Wald. Der David Bezirksvertretung Haaren/Verlautenheide hat dem Goliath OGE jedoch den Kampf gegen diesen Standort angesagt und erwartet hier auch die volle Rückendeckung der Verwaltung. Das wurde bei der gestrigen Sitzung untermauert.

Für die Verwaltung lieferte Fabian Kumkar, Abteilungsleiter Vorbereitende Bauplanung, einen Bericht ab. So habe OGE mehrere Varianten für das Areal entworfen. Die Stadt aber will den Bau in eine ganz andere Richtung schieben: zur Militärbrache Camp Hitfeld, die dem Bund gehört und ebenfalls im Trassenbereich der Pipeline liegt. Das hatte auch schon Dezernent Werner Wingenfeld gegenüber der AZ bekundet.

Auf Nachfrage der Politik erläuterte Kumkar, dass OGE Verlautenheide aus zwei Gründen bevorzuge: Erstens kann es dort eine Verknüpfung mit zwei vorhandenen Pipelines geben, zweitens befindet sich dort am Umspannwerk die Möglichkeit zum Hochspannungsanschluss, der für die Elektroverdichter benötigt wird. Die Stadt sei trotzdem für Hitfeld. Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten betonte, ihm sei es „vollkommen egal, welche Anschlüsse es gibt. Die technischen Probleme sind alle lösbar“. Darum habe sich OGE zu kümmern. „Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, den Standort zu verhindern“, stellte er klar. Zumal: Das Gebiet gehört zur Schutzzone des Wasserwerks Reichswald. Man könne schlecht den Bürgern auferlegen, dort ihre Kanalanschlüsse zu sanieren, während dann eine solche Anlage dorthin gepflanzt werde.

Die Flächen in Verlautenheide sind weitgehend städtisch. Und in einem Bebauungsplanverfahren hätte die Stadt weitreichende Einflussmöglichkeiten. Theoretisch gäbe es wegen des übergeordneten Interesse der Allgemeinheit (Stichwort Versorgungssicherheit) auch Enteignungsmöglichkeiten. Doch ein solches Verfahren wäre mit hohen Hürden verbunden. Und es würde den ohnehin ambitionierten Zeitplan von OGE, die Pipeline 2021 an den Start gehen zu lassen, womöglich torpedieren.

Es ist und bleibt also reichlich Dampf im Kessel. Corsten: „Das ist unser neues Lieblingsthema. Wir bleiben am Ball.“

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