Bezirksregierung erhält Protestpost zum Pipelinebau

Von: os/stm
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Aachen. Der geplante Bau der „Zeelink“-Pipeline, der möglicherweise durch wichtige Brander Naturschutzgebiete führen wird, schlägt auch über die Stadtgrenzen hinaus hohe Wellen – auch wenn die Pipelinebauer von Open Grid Europe (OGE) mit ihrem „Dialogmarkt“ am Montagabend in Brand die Wogen eigentlich glätten wollten.

Oliver Krischer, der für die Aachener Region zuständige Bundestagsabgeordnete der Grünen, hat jedenfalls nach der Lektüre der gestrigen AZ-Berichterstattung selbst ein paar Zeilen verfasst – und an die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken geschickt.

Er habe in dem Brief zum Ausdruck gebracht, dass er erwarte, dass die Bezirksregierung in Sachen Trassenverlauf auf Aachener Stadtgebiet von ihrer bisherigen Position abrücke, erklärt Krischer gegenüber der AZ. Denn die Rolle der Behörde im bisherigen Verfahren, die wirtschaftliche Erwägungen offenbar über den Naturschutz stelle, halte er für „hochsuspekt“, kritisiert der Parlamentarier.

Wie berichtet, hatte die Bezirksregierung im Raumordnungsverfahren für die OGE-„Vorzugsvariante“ durch die Naturschutzgebiete grünes Licht gegeben und die von der Stadt Aachen vorgeschlagene Trasse entlang der A44, wo schon diverse Leitungen liegen, als technisch ausgesprochen aufwendig und mithin kaum machbar eingestuft. Krischer verweist dagegen darauf, dass eben diese Variante 2008 bei einem Pipelinevorhaben von RWE noch favorisiert worden sei.

„Eine gewisse Skepsis“ in Brand

„Dass sollte dann doch jetzt auch noch gehen“, sagt er und kann nicht nachvollziehen, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, Naturschutzgebiete zu beschneiden: „Da lässt man aus gutem Grund keinerlei andere Entwicklung zu, will dann aber dort eine Pipeline verlegen.“

Bei besagtem „Dialogmarkt“ in Brand hatten Vertreter von OGE vor rund 600 besorgten Bürgern beteuert, nur noch die Trasse entlang der Autobahn zu prüfen. Bei einem Redaktionsbesuch ein paar Tage vorher hatte dies allerdings noch ganz anders geklungen: Dort hieß es, keine der beiden Varianten sei vom Tisch und es sei noch offen, mit welcher Trasse man im Spätsommer ins Planfeststellungsverfahren gehe. Nicht zuletzt angesichts solcher Widersprüche herrscht bei der Brander Initiative „Keine Pipeline im Indetal“ nach wie vor „eine gewisse Skepsis“, wie es deren Sprecherin Marianne Krott am Tag nach dem „Dialogmarkt“ formuliert: „Wir würden jetzt natürlich gerne sehen, dass den Worten auch Taten folgen.“ Und eine offene Diskussion, die bei dieser Form der Veranstaltung nicht möglich war, habe vielen Besuchern schon gefehlt. Gleichwohl fand Krott den Abend „klasse“ – was aber vor allem an der Resonanz liegt. 600 Bürger im Saal, über 400 Unterschriften für die Initiative: „Ich bin stolz auf die Brander Bevölkerung“, sagt sie.

Und kündigt eine Großveranstaltung der Initiative im Mai an. Dann wolle man mit Vertretern von OGE, der Bezirksregierung, der Stadt und gegebenenfalls auch Politikern über „Zeelink“ diskutieren. Und dann gibt es vielleicht auch schon eine Richtungsentscheidung des Bauherrn, die entweder wieder hohe Wellen schlägt oder die Wogen glättet.

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