Bezahlbarer Wohnraum fehlt: Zahl der Obdachlosen steigt

Von: mas
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Aachen. Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper: Zahl der Obdachlosen steigt drastisch an. Bestimmte Projekte sollen die angespannte Situation entlasten - diese brauchen jedoch ihre Zeit.

In Aachen sei das aber so nicht der Fall, gab die Verwaltung jetzt in der Sitzung des Sozialausschusses Auskunft – und verwies auf die Schwierigkeit, Wohnungslosigkeit statistisch zu erfassen.

2015 wurden in der Städteregion demnach 605 Wohnungslose registriert. Das ist zwar ein Zuwachs von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber wenig im Vergleich zu den Zahlen auf Bundesebene. Wohnungslose seien auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen, und gerade in diesem Bereich sei der Wohnungsmarkt sehr angespannt, räumte die Verwaltung ein. Die zunehmende Zahl der Studenten und die Unterbringung der Flüchtlinge seien einige der Gründe für die Wohnungsnot.

„Da auch in Aachen bezahlbare Wohnungen fehlen und die Armut in unserer Region zugenommen hat, müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, Wohnungslosigkeit zu vermeiden und den auf der Straße lebenden Menschen jede notwendige medizinische und soziale Hilfe zukommen zu lassen“, hatten die Linken 2016 in einem Ratsantrag gefordert. Und laut Verwaltung ist das durchaus der Fall: Demnach unterhält die Stadt Aachen fünf Übergangswohnheime für Wohnungslose, in denen derzeit rund 400 Menschen untergebracht sind.

Um die Bewohner bei der Bewältigung ihrer Probleme zu unterstützen, kümmert sich ein städtischer Sozialarbeiter um sie. In Kooperation mit dem Alexianerkrankenhaus werden zudem 16 Wohnungslose betreut, die psychisch krank sind. „Sie werden durch Sozialarbeiter intensiv dabei unterstützt, eine eigene Wohnung zu beziehen“, sagt die Verwaltung.

Darüber hinaus gibt es noch die Notschlafstelle im Café Plattform, die Wohnungslose niedrigschwellig aufsuchen können. Marion Timm, Diakonisches Werk Aachen, verwies zudem auf das Don-Bosco-Haus und die verschiedenen Angebote der Wabe.

Laut Verwaltung ist die Zahl der Wohnungslosen in den städtischen Übergangsheimen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Um dem entgegenzuwirken, bemühen sich Politik und Verwaltung nach eigenen Worten auch weiterhin erfolgreich, Neubauprojekte im Bereich des öffentlich geförderten Wohnraums zu realisieren. „Wir tun etwas“, betonte Rolf Frankenberger, Fachbereichsleiter Wohnen, Soziales und Integration, „aber alles braucht seine Zeit“.

Arbeitslosigkeit, Schulden, familiäre Schwierigkeiten wie Scheidung und Tod, Sucht und Straffälligkeit sind laut Verwaltung einige der Gründe, die Menschen aus dem Gleichgewicht bringen können und letztendlich in die Wohnungslosigkeit führen. Nach wie vor gebe es aber viele Angebote, um den Betroffenen Halt zu geben.

Der angespannte Wohnungsmarkt ist offensichtlich also einer der Gründe dafür, dass sich die Wohnungssuche als extrem schwierig erweist.

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