Aachen - Bewohnerparkzone „Ost2”: Neue Form der Mobilität entdecken

Bewohnerparkzone „Ost2”: Neue Form der Mobilität entdecken

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Erste Parkautomaten sind bereits aufgestellt. „Ost2” wird bald ganz zur Bewohnerparkzone. Davon profitieren in erster Linie Anwohner, die damit schneller einen Parkplatz finden. Das Nachsehen haben womöglich die Berufspendler. Für sie wird es nicht mehr so einfach, direkt am Arbeitsplatz parken.

Um das auszugleichen, haben sich Stadt, Aseag, Cambio Carsharing sowie „car2gether” zusammengetan. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen ist dabei herausgekommen, das den Pendlern - im Gebiet „Ost2” gibt mehr als 200 Firmen - das Leben erleichtern sollen.

Mit Einführung der Bewohnerparkzone hat der Mobilitätsausschuss beschlossen, erstmalig Einnahmen der Parkraumbewirtschaftung einzusetzen, um den Umstieg auf andere Verkehrsmittel zu fördern. „Das ist einmalig”, sagt Dr. Armin Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen. Die Ausgaben sind gedeckelt, maximal 20.000 Euro setzt die Stadt ein. Angesprochen sind all jene Betriebe, die von der Bewohnerparkzone betroffen sind. Sie bekommen Gelder aus dem Förderprogramm „Ost2 steigt um”.

Bis zum 30. September läuft eine Testphase, in der Pendler neue Möglichkeiten der Mobilität kostenlos oder zu vergünstigten Preisen ausprobieren können. Es wird etwa die Möglichkeit geben, für 30 Euro im Monat den Park-and Ride-Parkplatz Jülicher Straße/Prager Ring zu nutzen.

Job-Ticket kostenlos testen

Das Angebot ist auf 50 Nutzer begrenzt. Auch das Job-Ticket wird getestet. Betriebe mit mindestens 15 Mitarbeitern wird angeboten, das Ticket zwei Monate unverbindlich und kostenlos zu testen. Voraussetzung: Zwei Drittel der Belegschaft beteiligen sich mit mindestens 15 Euro. Betriebe, die anschließend einen Job-Ticket-Vertrag abschließen, erhalten eine einmonatige Freifahrt für die gesamte Belegschaft. Sogar sechs Monate lang können Betriebe Cambio Carsharing ohne Anmeldegebühr und mit einem monatlichen Fahrguthaben von 20 Euro nutzen. Vier der 22 Cambio-Stationen befinden sich in direkter Nähe der neuen Anwohnerparkzone. „Und wenn sich der Bedarf zeigt, können daraus auch schnell fünf werden”, sagt Gisela Warmke, Geschäftsführerin Cambio.

Ein letztes Modul bietet das „car2gehter”. Ähnlich einer Mitfahrzentrale kann man sich dort eine Mitfahrgelegenheit suchen oder selber eine anbieten. Nur viel schneller als bisher, wie Markus Schindler von „car2gether” erklärt. Mit einem speziellen Computerprogramm ist das nämlich nun per Smartphone oder per Tablet-PC auch kurzfristig möglich.

Ob sich die neuen Angebote durchsetzen, wird sich zeigen. Anfang Oktober wollen die Initiatoren Bilanz ziehen. „Aber eigentlich haben wir für jeden das Passende dabei”, sagt Dr. Armin Langweg. Doch natürlich müssen auch die Unternehmen mitziehen, etwa, wenn es darum geht, dass die Mitarbeiter ihre Pedelecs - die Stadt fördert diese mit bis zu 150 Euro - auch im Betrieb aufladen dürfen. Dazu wird ab sofort jedes Unternehmen über das Förderprogramm persönlich informiert. Einer hofft jedenfalls besonders, dass sich die Angebote durchsetzen. Dr. Helmut Greif, Geschäftsführer der Agit: „Ich habe erste Aussagen von Unternehmen, die sagen, dass sie das Technologiezentrum verlassen, wenn sie keine Parkplätze haben.”

Die IHK wünscht sich einen Gewerbe-Ausweis

Schon früh hat die Industrie- und Handelskammer sich mit dem Thema betriebliche Mobilität auseinandergesetzt, sogar als eine der ersten Kammern bundesweit, wie Monika Frohn sagt.

Kritik übte sie allerdings in Richtung der Stadt. Bei allen Angeboten, die es jetzt gibt, werde der Lieferverkehr vergessen. „Das sehen wir als ein großes Problem”, sagt Frohn.

„Wir plädieren für einen Gewerbe-Parkausweis, so dass die Liefer- und Firmenfahrzeuge auch in Zukunft einen Parkplatz finden.” Schon mehrmals habe sich die IHK deshalb an die Stadt gewendet - die sei eine Antwort aber schuldig geblieben.

Dr. Armin Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen versprach: „Dazu wird es bald Gespräche geben.”

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert